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Am 14 August nachmittags 4 Uhr wurden die Schüler nach Austeilung der Cen- suren in die Ferien entlassen.
Am Schlusse des Semesters schieden die Hülfslehrer Schaefer und Escher, sowie der Kandidat Schmitt, welcher das Probejahr beendet hatte, von der Anstalt.
Nach fünfwöchiger Dauer der Ferien wurde Mittwoch den 19. September die Auf- nahmeprüfung vorgenommen.
Am folgenden Tage um 8 Uhr wurde der Unterricht für das Wintersemester eröffnet; um 11 Uhr versammelten sich Lehrer und Schüler in der Aula, wo der Direktor den unter Gewährung des Gehaltes der seit einem Jahre erledigten 2. Lehrerstelle zum ordentlichen Lehrer am hiesigen Gymnasium ernannten Dr. Gustav Vomberg*), welcher bis dahin die Stelle eines ordentlichen Lehrers am städtischen Realprogymnasium zu Geisenheim bekleidet hatte, sowie den mit der provisorischen Verwaltung der vakanten technischen und Elementarlehrerstelle beauftragten seitherigen Lehrer zu Hofheim Joseph Krekel einführte und nach Vorlesung der Schulordnung die neu aufgenommenen Schüler verpflichtete.
Vom 10.— 17. Oktober wurden die Lektionen des erkrankten Gymn.-Elementar- lehrers Decku mit Ausnahme der Gesangstunden teils durch Kombination der beiden untern Klassen ersetzt, teils vertretungsweise versehen.
Am 18. Oktober von 11 Uhr ab fand die Gedächtnisfeier des Geburtages des hoch- seligen Kaisers und Königs Friedrich in der Aula statt. Mit Chorgesang wurde der Schulakt eröffnet und geschlossen. Der Oberlehrer Schenck hielt die Gedächtnisrede.
Am 30. Oktober fiel wegen der Urwahlen für den Landtag der Unterricht aus.
Vom 13. November nachmittags bis zum 20. ej. wurde wegen Erkrankung des Gymnasiallehrers Dr. Bertram der demselben obliegende französische Unterricht ver- tretungsweise versehen, während der Unterricht in der Religion und im Hebräischen für diese Zeit ausfallen musste.
Vom 8.—12. Dezember musste der Gymn.-Elementarlehrer Decku abermals wegen Erkrankung seinen Dienst unterbrechen. Mit der Ersetzung seines Unterrichts wurde es ebenso gehalten wie im Oktober.
Samstag den 22. Dezember wurde der Unterricht um 11 Uhr geschlossen, damit die auswärtigen Schüler noch mit dem Mittagszuge abreisen könnten. Die Weihnachts- ferien währten bis zum 6. Januar einschl.
Am 9. Januar leistete Dr. Clasen**), nachdem er vom 1. ej. ab zum ordentlichen Lehrer ernannt worden war, den vorgeschriebenen Diensteid.
*) Gustav Vomberg, ODr. phil., geboren zu Cassel am 16. Dez. 1850 als Sohn des verstorbenen Oberpostsekretärs Vomberg, katholischer Konfession, erhieit seine Vorbildung auf dem Gymnasium zu Fulda und studierte dann auf den Universitäten zu München, Leipzig und Marburg deutsche und klas- sische Philologie. Im November 1875 erwarb er sich zu Marburg den philosoph. Doktorgrad und bestand daselbst am 12. Mai 1876 die Lehramtsprüfung.— Im Herbst desselben Jahrs trat er am Kgl. Gymna- sium zu Neisse das Probejahr an, von wo er Ostern 1877 zur Beendigung desselben und zugleich zur Versehung einer Hülfslehrerstelle zu dem städtischen Realprogymnasium in Geisenheim überging. Hier wirkte er vom März 1878 an als ordentlicher Lehrer. Unter dem 18. Juni 1888 zum ordentlichen Lehrer an hiesigem Gymnasium vom 16. Septbr. ab ernannt, trat er mit dem Beginn des Winterse nesters in seinen neuen Wirkungskreis ein.
**) Christian Clasen, geb. am 28. Juni 1859 zu Tensbüttel in Holstein, besuchte bis Ostern 1877 das Gymnasium zu Hadersleben und studierte dann in Kiel und Jena klassische Philologie, Geschichte und Theologie. Darauf leitete er vom Herbst 1881 bis Ostern 1883 die Lateinschule zu Fahren in Hol- stein. Im Januar 1883 bestand er in Kiel die Lehramtsprüfung und erwarb sich im September desselben Jahrs den philosoph. Doktorgrad. Vom Okt. 1883 bis dahin 1884 genügte er der Militärpflicht. Nach- dem er darauf das Probejahr am Gymnasium zu Rinteln abgeleistet hatte, war er seit Herbst 1885 als wissenschaftlicher Hülfslehrer am Gymnasium zu Hadamar thätig, bis er am 1. Januar 1889 zum ordent- lichen Lehrer dieser Anstalt ernannt wurde. Durch Patent vom 17. Sept. 1886 wurde er zum Lie rte- nant d. R. ernannt.— Im Druck erschienen von ihm ausser der Promotionsschrift:„Ueber Timaios von Tauromenion“ mehrere historisch-kritische Abhandlungen über Timoleon.


