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Für das Winterse mester wurde der Unterricht Donnerstag, den 5. Oetober, morgene um 8 Uhr eröffnet. Da Pfarrer Ullrich seinen Unterricht noch nicht wieder aufnehmen konnte und der seitherige Vertreter desselben, Pfarrer Vogel zu Staffel, inzwischen auf eine andere Pfarrstelle übergegangen war, so wurde zufolge Anordnung der hohen Behörde der Nachfolger im Pfarramte zu Staffel, Pfarrer Halder, für das Wintersemester mit der Erteilung des evangelischen Religionsunterrichts beauftragt und am 20. Oetober eingeführt. Für diesen Unterricht wurden dieselben Tage und Stunden beibehalten, die für denselben im verflossenen Semester bestimmt waren, da gleiche Gründe dazu nötigten,
Am 19. October fiel wegen der Urwahlen für das Haus der Abgeordneten der Unterricht aus. 1 . Der Unterricht erlitt in der 1. IHälfte des Semesters vielfache Störungen. Der Gymnasiallehrer Krämer hatte sich während der Ferien von seiner Krankheit nicht voll- ständig erholt und musste bis zum 10. October und dann wieder wegen neuer Erkrankun vom 18. December bis zu den Weinachtsferien vertreten werden. Wegen eines Krankheits- und Todesfalles in seiner Familie wurde der Oberlehrer Schenck am 30. und 31. October und dann wieder am 24., 25. u. 27. November, aus demselben Grunde der Gymnasiallehrer Dr. Müller am 10., 11., 15., 18., 20. und 21. November und der Gymnasiallehrer Jehn am Nachmittag des 11. u. am 12. u. 13. Dec. vertreten. Am 28. November erkrankte der Oberlehrer Colombel und wurde am Nachmittage dieses Tages wie am 29. und 30. November und am Vormittage des 1. December in den ihm obliegenden Lectionen ver- treten. Der Gymnasiallehrer Westenberger unterbrach wegen Kränklichkeit am 3., 9 10., 16., 17., und 21. November seinen Unterricht. 34
Die Weihnachtsferien währten vom 24. December bis Montag den S. Januar exel.
Mit Beginn des neuen Quartals wurde dem Gymnasiallehrer Krämer auf sein An- suchen wegen andauernder Kränklichkeit von der hohen Behörde ein vierteljähriger Urlaub bewilligt. Damit einerseits alle demselben obliegenden Lectionen in erspriesslicher Weise fortgeführt und andererseits einzelne Lehrkräfte nicht allzusehr belastet würden, wurde mit Genehmigung der hohen Behörden die Vertretung folgermassen geordnet. Für die die lateinische Lectüre(6 St.) wurde die IIIb mit IIIa, ebenso für den deutschen Unter- richt(2 St.) die IIb mit IIa combinirt, der Oberlehrer Colombel und der Unterzeichnete übernahmen je 2 St. Latein in IIIb, dem Gymnasiallehrer Westenberger wurde der franz. Unterricht in I und Ila, dagegen der von diesem seither in IIIa u. IIIb erteilte franz. Unterricht dem Gymnasiallehrer Dr. Müller übertragen, der hinwiederum den dreistündigen geographischen bezw. geschichtlichen Unterricht in V an den Elementarlehrer Decku abtrat, wührend von diesem der zweistündige Schreibunterricht in VI auf den Elementarlehrer Hormel überging. Ausserdem erhielt die zweistündige Homer-Lektüre in IIla Oberlehrer Prof. Meister, den zweistündigen geschichtlichen Unterricht in IIIb der Oberlehrer Ilille- brand, den einstündigen geographischen in IIIb Gymnasiallehrer Dr. Becker und den zweistündischen geschichtlichen in IV der Gymnasiallehrer Jehn.
Der Allerhöchste Geburtstag Seiner Majestüät des Kaisers und Königs Wilhelm wurde(gemäss Anordnung des Kgl. Prov.-Schulcollegiums vom 3. März) am 17. März durch eine Vorfeier von der Anstalt festlieh begangen. Nach 8 Uhr fand feierlicher Gottesdienst und von 10 Uhr ab der Aktus in der Aula statt. Hier Mechselten Gesang, Klavierspiel und Deklamation von Schülern. Der Gymnasiallehrer Dr. Becker hielt die Festrede.
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