Aufsatz 
Der römische Steinsaal (Lapidarium) des Historischen Museums der Pfalz zu Speyer. Nebst Anhang: Die schönsten antiken Bronzefiguren des Museums
Entstehung
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Vorwort. SS

Das Historische Museum der Pfalz zu Speyer, in dessen unmittelbarer Nachbarschaft sich der vornehme Neubau des Humanistischen Gymnasiums erhebt, birgt im Untergeschosse des Nord- und Westflügels stattliche Sammlungen von Altertümern aus der vorrömischen und römischen Zeit; es sind dies lauter Originale, die insgesamt dem pfälzischen Boden entstammen und von der größten Wichtigkeit für die Geschichte der heutigen Pfalz sind in einem Zeitalter, über welches die alten Geschichtsschreiber entweder gar keine oder nur dürftige Nach- richten bringen;

Machen uns die drei ersten Räume des Museums durch ihre reichen und zum Teil kostbaren Sammlungen aus der Stein-, Bronze-, der Aelteren und Jüngeren Eisenzeit mit Überresten aus dem Kulturleben von Völkern bekannt, deren Namen wir gar nicht kennen(abgesehen von den Kelten, die in der Jüngeren Eisenzeit auftreten), so erhalten wir in den folgenden Sälen mit ihren römischen Sammlungen Einblick in das Religionswesen, in das öffentliche und bürgerliche leben wie in das Kriegswesen der Bewohner unserer Landschaft zur Zeit der Regierung der römischen Kaiser am Rheine,

Was wir aus den Werken der griechischen wie römischen Geschichtsschreiber und Geographen über unser Land und dessen Bevölkerung zur Römerzeit erfahren, kann durch die auf uns gekommenen reichen Schätze in den römischen Ab- teilungen unseres Museums veranschaulicht und vor allem ergänzt werden.

Es sollen ferner die Sammlungen im Historischen Museum nicht bloß dem Fachgelehrten Stoff zu seinen Arbeiten bieten, sondern den weitesten Kreisen, besonders aber den Schulen, zur Belehrung dienen,

In erster Linie soll die studierende Jugend Nutzen aus den zahlreichen Überresten eines früheren ziemlich hoch entwickelten Kulturlebens schöpfen; ihre Kenntnisse, die sie im Geschichtsunterricht und durch die Schriftstellerlektüre gewonnen hat, kann sie im Museum durch Anschauung klären und festigen.

Wenn auch die Steindenkmäler, die uns aus der Zeit der römischen Herr- schaft in der Rheinebene verblieben, meist bescheidener Art sind, sie können dennoch schon den Unterklassen, wo die Schüler bereits das Wichtigste aus der griechischen und römischen Mythologie kennen lernen, und natürlich noch mehr den mittleren und oberen Klassen, die allmählich mit der antiken Kunst- entwicklung, bes. mit den Hauptgattungen der alten Plastik, vertraut gemacht werden, eine Fülle von Anregung geben.

Die Studierenden können aber auch beim Besuche des Museums zu einer gewissen Selbsttätigkeit herangezogen werden, indem sie, mit dem Regelmäßigen und häufig Vorkommenden durch die Lehrer bekannt gemacht, die Denkmäler