Aufsatz 
Geschichte des Weilburger Gymnasiums 1540-1817 / von Ferdinand Heymach
Entstehung
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21 unerträglich seyn, indem ich zehnerley Lektiones in Einer Stund tractiren muss, ungeachtet dass ich zum öftern, wenn mein Collega, mit der Jugend Nachtheil und Schaden, von einem Dorfe zum an- dern laufen und seine Besoldung eintreiben muss, den andern Class, worin die Teutschen sitzen, mitversehen muss, und also die mir an- befohlene schändlich versäumen, dagegen aber gar ein schlechte Be- soldung habe und mein Leben dabey nicht hinbringen kann. Er klagt ferner darin, er habe das halbe Schulgeldnur von sieben bekommen und bittet deswegen,dass ein solches in der Schul ge- ändert und mir nothdürftiges Auskommen gereicht werde, auch dass die Bürgerschaft, durch ein Dekretum dahin vermocht, den Gulden geben müsse.

1652 wurde Schlüter Burgprediger in Friedberg, und Janus Chyträus folgte. Wahrscheinlich setzte er Schlüters Klagen fort und erreichte dadurch wenigstens, dass 1654 noch Johann Simon Cremer aus Lich neben Beutler in Thätigkeit trat. So hatte die Schule wieder drei Lehrer, und die Bedingungen für ihr Gedeihen waren dadurch wesentlich gebessert schade nur, dass Chyträus und Cremer sich schlecht vertrugen. Bald verschärften sich die Gegen- sätze derart, dass ein ferneres Zusammenwirken Beider unmöglich war. Chyträus räumte zunächst vor Cremers Gereiztheit das Feld und wandte sich von Giessen aus beschwerdeführend an den Grafen. Das Schreiben ist zu charakteristisch für die damaligen Zustände, um nicht wenigstens teilweise hier eine Stelle zu finden.Ew. Gna- den heisst eskann ich nicht vorenthalten, wie mein mir zugegebener Collega Cremer ganz ungebührlich sich gegen mir er- zeiget, indem ich vergangenen Petri Paulli unser Orgel ihm nicht hab öffnen wollen. Sintemahl ich nicht wohl vertragen kann, wenn ich schlagen oder musiciren soll, dass viel bey mir auf und abgehen, habe ich endlich, dieweil mir durch viel Pochen das Gehirn warm worden, und nur ein halber Feiertag gewesen, herabgerufen, dass sich ein jeder stellete, wohin er gehöre, insonderheit mein Herr Collega vor den Polt, dieweil er mir im Singen ohnedas nichts nützete, hat er, nachdem solches geschehen, mit greulichen groben iniuriis nicht allein in der Kirche, sondern auch im öffentlichen Wirthshause auf mich geeifert, und mit Ohrfeigen und Prügeln sich an mir rächen wollen. Es bildt sich auch dieser gutter Mensch so viel ein, dass er mich vor keinen Rektorem allhie erkennet. Denn als ich am verflossenen Dreyzehnten von einen und andern Schul- sachen ihm hab wollen einreden, hat er mich um 10 Uhr in meines