Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte des ehemalign lutherischen Gymnasiums zu Hanau / C. Herwig
Entstehung
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2ℳ7,

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Rudimenta poëtica. Hanov. 1701. 8.

Chriſtliche Predigten über die Worte Apoc. II. 10. Hanau 1704. 4.

Poetiſcher Sparhafen, eine Sammlung von Gelegenheitsgedichten. Frankfurt 1712. 8.

Schriftmäßige Anleitung wie ein Chriſt alle ſeine Sorgen auf den HErrn werfen ſoll. Hanau 1716.

Nöthiger Unterricht für junge angehende Communikanten. Hanau 1717. 8.

Catechismusfragen. Hanau 1722. 8.

Verſchiedene lateiniſche Programme. Strieder V. 92.

3. Bernhard, Johann Adam. 1718—1736. Er brachte die Schule auf 4 Klaſſen mit 4 Lehrern, mit⸗ hin auf die Höhe des damals herrſchenden Klaſſenſyſtems eines Pädagogiums. Er war ein grundgelehrter Mann, ein fleißiger gewißenhafter Geſchichtsforſcher, dabei von frommer Geſinnung und feſtem kirchlichem Bewußtſein. Sein Vater, Martin Bernhard, Conſiſtorialſecretar und Kammerſchreiber in Hanau, war einer der Männer, welche weit und breit umherreisten, um Collecten zu dem Bau der lutheriſchen Kirche zu ſammeln. Er bereiste zu dieſem Zwecke Schweden und Liefland, während der Secretar Sigwart Schule Dänemark, Holſtein und verſchiedene Reichsſtädte beſuchte.(Bernhard Manuſcr. Anhang S. 7 und 8.)

Die Familie Bernhard ſtammte aus Bernburg in Anhalt. Unſer Bernhard war in Hanau 1688 geboren; er beſuchte die hieſige Schule und das Gymnaſium; 1707 bezog er die Univerſität Gießen, wo er Philoſophie und Theologie ſtudierte, nnd 1709 Jena, um nebenbei auch Geſchichte, Natur⸗ und Staats⸗ Recht, zu hören, zumal da er immer größere Neigung zur Rechtsgelehrſamkeit, als zur Theologie hegte,

zu welcher man ihn eigentlich wider ſeinen Willen beſtimmt hatte; 1711 ſtudierte er zu Leipzig, machte

hierauf Reiſen in Deutſchland und kam 1712 nach Hanau zurück. Er konnte ſich nicht entſchließen, eine Pfarrſtelle anzunehmen und es verſtrichen 6 Jahre, bevor er zu einer Anſtellung gelangte, während welcher Zeit er ſeine in jüngern Jahren angefangene Sammlung zur Geſchichte von Hanau, der Wetterau und der umliegenden Gegenden fortſetzte. Im Jahr 1718 nahm er die lutheriſche Rectorſtelle in Hanau an. Wie er in dieſer Stellung noch die Zeit fand, ſich ſeinen Lieblingsſtudien zu widmen, ſagt er in der Vorrede zu den Altertümern der Wetterau:„Ich habe bei der ſo verdrießlichen Schularbeit zu meiner wieder⸗ Ergötzung diejenigen Stunden, welche andere gar wohl in ſonſt erlaubten Veränderungen zubringen können, zur Verfertigung einer Hanauiſchen Hiſtorie angewendet.“ Bei dieſen Arbeiten leiſtete ihm Superintendent Meuſchen, der als Kirchenrath, General⸗Superintendent, Scholarch und Profeſſor der Theologie 1743 in Coburg ſtarb(Strieder IX. 1.) guten Vorſchub. Er gedenkt dieſes Mannes mit dankbarer Verehrung in dem oben angeführten Manuſcript Anhang S. 19:„Die Leipziger neue Zeitungen von gelehrten Sachen ſchreiben nicht zu viel, wann ſie ihn einen vortrefflichen Redner und dabey hochgelehrten und überaus leutſeligen Mann nennen. Von dem erſten zeugen alle Gemeinden, die ihn zu hoͤren das Glück gehabt; von dem andern reden ſeine herausgegebenen Scheiften; was das dritte anlangt, ſo kann ich das beſte Zeugnis abſtatten, inmaßen ich ſo lang als er in Hanau ſich aufgehalten, ſtets um ihn geweſen und zwei Jahr als Rector an ſeinen Tiſch gegangen, ſo er niemals einem anderen bey größerem Vortheil, als den er von mir gezogen, geſtatten wollen. Der Gebrauch ſeiner vortrefflichen Bibliothek, ſo er in Holland geſamlet und die mir allzeit offen geſtanden, hat mich dahin gebracht, meine historiam literat. curiosam zu ſchreiben.“

„Als nach dem Tode des Grafen Johann Reinhard Landgraf Wilhelm VIII. von Heſſen⸗Kaſſel in dem Hanauiſchen Lande ſuccedierte, gewann Bernhard, der nun 18 Jahre Rector geweſen war, eine beßere Ausſicht für ſein Gefach. Er erhielt ſeine geſuchte Entlaßung und war dagegen einer der erſten, die der Landgraf bei ſeinem Regierungsantritt in der Grafſchaft Hanau 1736 anſtellte, indem ihm das Archiv anvertraut wurde. Im Jahr 1748 bekam er den Karakter als Rath. Er ſtarb 1771. Strieder I. 372.

Schriften:

Kurzgefaßte curieuſe Hiſtorie derer Gelehrten ꝛc. Frankfurt 1718. 8.