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„Große oratoriſche Actus anzuſtellen konnte man nach damaligen Umſtänden nicht von ihm verlangen doch verſäumte er das Mögliche nicht; er lud 1681 zu einem Schulacte, den 7 ſeiner Schüler hielten, feierlich ein, unter denen der nachmalige bekannte Ritterſchaftliche Conſulent Johann Heinrich Rößler war (geb. in Hanau 1669). Eine von dieſem Schüler 1687 am reformierten Gymnaſium, an welchem damals Möſius Rector war, gehaltene Oration: de ortu, dotibus et in ecclesiam meritis divini viri Mart. Lutheri, iſt nachher zum Drucke befördert worden. Einen gleichen Schulact hielt er 1682. Weil er denn einen ſo großen Fleiß an ſeinen Untergebenen bewies, unerachtet er auch noch die lutheriſche Gemeinde zu Hochſtadt als Prediger zu verſehen hatte, ſo brachte ihm dieſes in Hanau eine ungemeine Liebe zu wege, die er auch bis an ſeinen den 19. Mai 1698 erfolgten Tod behielt.(Strieder heſſ. Ge⸗ lehrten⸗Geſchichte Bd. VI.) Er ſchrieb: Paedagogia scholastica oder Kinderzucht und Jugendſpiegel. Hanau 1673. 8. Bibliſches Kindergärtlein d. i. kurzer Auszug der chriſtlichen Articul, nach Hutteri Ordnung im Com⸗ pend. der ev. lutheriſchen Schuljugend zu Hanau zum Beſten zuſammengetragen Hanau 1677. 12. Fortſetzung 1679. 12.
Geiſtliches Schulgeſpräch zweier Knaben von dem Feſt der dreien Weiſen aus Morgenland, aus Matth. 2, 1— 13, Hanau 1668. 12.
Kinder Gottes kleine Haus⸗ und Glaubensſchule. Hanau 1684. 12.
Gaudium paschale sacrum. oder geiſtliche Oſter Freude. Hanau 1687. 12.
Sein Nachfolger war:
2. Greding Johann Ernſt 1698— 1718 geboren 1676 zu Weimar, wo ſein Vater, aus Hannover gebüͤrtig, Chirurgus war. Er beſuchte die Schule zu Frankenhauſen unter dem Rector Hoffmann und in ſeiner Vaterſtadt unter Großgebauer, ſtudierte zu Jena, kam 1696 nach Hanau als Informator bei dem Kammer⸗ und Conſiſtorial⸗Rath Handwerk, deſſen Tochter er nachher heiratete und wurde 1698, alſo erſt 22 Jahre alt, Rector. Er war gewis ein würdiger Nachfolger Junckherr's; denn unter ſeiner Leitung wuchs die Schule zu 3 Klaſſen mit 3 Präceptoren an. Er war auch Dichter, und ein frommer Dichter; ſeine Liebe und ſeine Stärke beſingt er in dem Kirchenlied: Der am Kreuz iſt meine Liebe. Die vierte Strophe lautet:
Aber wißt ihr meine Stärke Und was mich ſo muthig macht, Daß mein Herz des Fleiſches Werke Und des Satans Grimm verlacht?
Jeſu Lieb iſt mir gewis, Seine Lieb iſt ſtark und ſüß! Was iſt, das mich noch betrübe? Der am Kreuz iſt meine Liebe!
Joh. 14, 21. Röm. 8, 38.
Leider iſt dieſes Lied in dem Hanauer Kirchengeſangbuch Nr. 127 bis zur Unkenntlichkeit verunſtaltet. (ſ. ſeine urſprüngliche Form im Württembergiſchen Geſangbuch Nr. 152.) In dem vom Superintendent Meuſchen herausgegebenen Hanauiſchen Geſangbuch(das ſingende evangeliſche Hanauiſche Zion, Hanau 1721) ſteht noch ein Lied von ihm: Wer zu Gottes Tiſche gehen und den Glauben ſtärken will ꝛc. Strieder IX, 385. Nach 18jähriger Amtsführung an der Schule erhielt er 1718 eine Predigerſtelle zu Spitzalt⸗ heim in der Darmſtädtiſchen Grafſchaft Hanau⸗Lichtenberg, wo er 1748 ſtarb.
Seine Schriften ſind:
Parentation auf den Tod des Rectors Martin Junckherr. Hanau 1698.


