Aufsatz 
Der allgemeine Lehrplan der Realschule
Entstehung
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12. Arithmetik. 2 St. w. Die Operationen der 2. Stufe. Aggregationsmultiplicationen und Divi⸗ ſionen. Vom Maße der Zalen, Proportionslehre. Einfache Gleichungen. Heis§. 15 34, 61 und 63.

13. Geometrie. 2 St. w. Vierecke, beſonders Parallelogramme. Flächenvergleichung und Inhalt geradliniger Figuren. Aehnlichkeitslehre. Conſtructionsaufgaben.

11. Zeichnen. 2 St. w. Die geübteren Schüler zeichnen ſchwierigere Ornamente auf Tonpapier mit Anwendung der weißen Kreide. Thierzeichnen bis zu ausführlicheren Darſtellungen auf Ton.

15. Geſang. 1 St. w. Drei⸗ und vierſtimmiger Chorgeſang, verbunden mit Belehrungen über Tonanſatz, Tonbildung u. dgl.

16. Turneu. 2 St. w. a) Uebungen im Laufen an und von Ort. b) Reihungen im Reihenkörper und Bildungen von Reihenkörpergefügen. c) Wiederholung der in den beiden vorhergehenden Klaſſen vorgenommenen Geräthübungen.

Prima.

1. Religionslehre. 2 St. w. 1. Curſus. Bibelleſen. Das Evangelium Johannis und die wichtigſten Kapitel aus den pauliniſchen Briefen(Brief an die Römer, Galater, 1. Korinther und aus dem Hebräer⸗ brief) als Grundlagen der evangeliſchen Lehrſtücke. Wiederholung des Katechismus, der Bergpredigt und der Gleichniſſe des HErrn. Auswendiglernen von etwa drei Kirchenliedern und Wiederholung der früher gelernten. 2. Curſus: Hauptmomente der Kirchengeſchichte mit Hervorhebung des Biographiſchen, insbe⸗ ſondere: Apoſtoliſche Zeit, Ausbreitung der chriſtlichen Kirche in der griechiſch⸗römiſchen Welt, Verfolgun⸗ gen, Mönchsthum, innerer und äußerer Ausbau der Kirche; Ausbreitung des Evangeliums in der ger⸗ maniſchen Welt; Papſtthum; Reformation mit Rückſicht auf die wichtigſten confeſſionellen Unterſchiede; evangeliſche Miſſion. Wiederholung wichtiger Sprüche, Pſalmen und Lieder.

2. Deutſche Sprache. 3 St. w. a) Leſen und Erklärung von Balladen, Klopſtocks Oden, Wilhelm Tell, Hermann und Dorothea ꝛc. b) Kurze, mehr wißenſchaftliche Ueberſicht der ganzen Wort⸗ und Satzlehre; das Nöthige aus der Metrik und Poetik im Anſchluß an das Geleſene und das Frühere zuſammenfaßend. Die wichtigſten Epochen des Entwicklungsganges der deutſchen Literatur. c) Disponier⸗ übungen und Chrieen, freie Aufſätze aus Gebieten, welche den Schülern aus dem Unterricht, der Lectüre oder aus eigener Anſchauung und Erfahrung hinlänglich bekannt geworden ſind. Unfangreichere Schil⸗ derungen, Charakteriſtiken, kleine Abhandlungen. Alle 4 Wochen ein Aufſatz..

3. Lateiniſche Sprache. 3 St. w. Ausgewählte Abſchnitte aus Livius, Salluſt, den leichteren Reden Cicero's, ebenſo aus Virgil's Aeneis. Einzelne nach Inhalt oder Form beſonders bemerkenswerthe poetiſche und proſaiſche Stellen werden auswendig gelernt. Von Zeit zu Zeit eine Ueberſetzung aus dem Deutſchen ins Lateiniſche. Alle 23 Wochen ein Exercitium.

4. Franzöſiſche Sprache. 4 St. w. Lectüre hiſtoriſcher Stücke. Corneille, Scribe, Ponſard, V. Hugo. Repetition der Syntax im Anſchluß an die Lectüre. Das Nothwendige aus der franzöſiſchen Verslehre. Der Unterricht geſchieht faſt ausſchließlich in franzöſiſcher Sprache. Sprechübungen wie in II. Schrift⸗ liche Uebungen in Exercitien, Extemporalien und in Aufſätzen hiſtoriſchen oder beſchreibenden Inhalts. Zur Ueberſetzung ins Franzöſiſche dienen auch deutſche Schriften, wie Schillers Geiſterſeher, Göthes Götz von Berlichingen u. dgl. Einige kaufmänniſche Briefe.

5. Engliſche Sprache. 3 St. w. Lectüre: The Rivals, Julius Cäſar, The Lady of the Lake. Der anomale Theil der Grammatik. Syntax des erweiterten und zuſammengeſetzten Satzes. Memorieren geeigneter Gedichte und proſaiſcher Stellen. Schriftliche Uebungen in Exercitien und Extemporalien.