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Schuljahr 1871—- 72.
Den 18. April. Aufnahmeprüfung. 28 Schüler waren angemeldet worden; davon wurden 25 aufgenommen und zwar nach Ia. einer; nach Ib. zwei; nach IIa. vier, nach II b. einer und nach III. siebenzehn.
Den 19. April. Eröffnung des Sommersemesters, durch Gebet, Ansprache des Directors und Verlesung der Schulgesetze.
Die Pfingstferien begannen den 27. Mai und dauerten bis zum 5. Juni.
Der 16. Juni. Frei für die katholischen Schüler— als Jubelfest des Pabstes.
Den 7. Juli. Ganz frei wegen Betheiligung aller Schüler an der festlichen Einholung unserer sieg- reich heimkehrenden Truppen.
Den 9. Juli. Ankunft Sr. Majestät des Kaisers— festlicher Empfang.
Den 25. Juli. Herr Licenciat Krebs wird in sein Amt eingeführt.
Den 3. August. Probecandidat Dr. Frankenbach tritt ein.
Den 1. September. Herbstprüfung. Schluss des Semesters.
Wegen grosser Hitze wurde der Unterricht in den Nachmittagsstunden ausgesetzt am 18. Juli.
Die Herbstferien dauerten vom 2. September bis zum 7. October.
Zur Aufnahme hatten sich 13 Schüler angemeldet. 11 sind nur erschienen; 10 wurden nach III., 1 nach II b. aufgenommen.
Den 9. October. Eröffnung des Wintercursus. Caplan Hilpisch wird eingeführt.
Den 1. December. Fällt der Unterricht wegen der Volkszählung ganz aus.
Die Weihnachtsferien dauern vom 21. December 1871 bis 3. Januar 1872.
Den 1. Februar. Die Abiturienten beginnen ihre schriftlichen Prüfungsarbeiten.
Den 15. Februar. Professor Casselmann gestorben.
Den 18. Februar. Begräbniss des Prof. Casselmann; die Schüler singen zwei Lieder am Grabe.
Den 29. Februar. Mündliche Prüfung der Abiturienten unter Vorsitz des Povinzial-Schulraths Herrn Dr. Rumpel.
Ausser dem herben Verluste eines Lehrers hatte das Realgymnasium im abgelaufenen Jahre auch den eines hoffnungsvollen, braven Schülers zu betrauern.
Der Tertianer Hugo Sturm aus Rüdesheim erlag am 2. August 1871 nach kurzem Leiden einer
Unterleibskrankheit im elterlichen Hause. Seine Classenkameraden gaben ihm unter Begleitung des Di- rectors und des Hilfslehrers May am 3. August das Geleit zu seiner letzten Ruhestätte in Rüdesheim.
Der Gesundheitszustand der Schüler war im abgelaufenen Jahre im Allgemeinen ein normaler. Auch bei den übrigen Lehrern kamen Unterbrechungen des Unterrichts wegen vorübergehenden Unwohlseins
nur selten vor.


