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hatten die Franzoſen; jetzt rüſteten ſie ſich, auch Turin zu nehmen. Lafeuillade kommandirte in Savoyen; Vendome beobachtete E., ſorgte dafür, mehr und mehr ihm den Weg dahin zu verſchließen. Aber gute Nachrichten kamen aus den Niederlanden; am 23. Mai hatte Marlborough bei Ramillies ein Heer von 75,000 Franzoſen unter Villeroi geſchlagen. Endlich trafen auch die Verſtärkungen ein; und E. wagte es, den weiten, kühnen Zug nach Turin zu unternehmen. In der Nacht vor dem 5. Juli verließ er ſein Lager, marſchirte nach Caſtelbaldo. Vendome ward von der Armee in Italien abberufen, um an Villeroi's Stelle das Kommando in den Niederlanden zu übernehmen; an ſeine Stelle kamen der Her⸗ zog von Orleans und Marſchall Marſin. Am ſelben Tage, wo Vendome von Mailand nach Paris abreiſte, am 14. Juli, ging E. über die Etſch. Er machte einen Umweg, ging über den Po, dann auf dem rechten Ufer aufwärts, wo weniger Flüſſe und weniger Feſtungen zu paſſiren waren. Die Truppen hatten durch große Hitze und Waſſermangel ſehr zu leiden, kamen erſt am 15. Aug. nach Parma, am 22. nach Stradella. Nach dieſem wichtigen Punkt, wo die Abfälle der Apen⸗ ninen ſo nahe an den Po treten, daß die Straße ein ſehr beſchwerliches Defilé bildet, hatte E. 3 Reg. Dragoner und 8 Bat. Inf. vorausgeſchickt, die Tag und Nacht marſchiren mußten. Am 31. vereinigten ſie ſich zu Villa Stellone, 2 deutſche Meilen von Turin, mit den Savoyarden. Am 28. war der Herzog v. Orleans mit ſeinen Truppen vor Turin ange⸗ kommen. Am 7. Sept. kam es hier zur Schlacht. Schon um die Mittagszeit war der glänzendſte Sieg erfochten. Im J. 1707 drangen E. und der Herzog von Savoyen in die Provence, kamen im Juli vor Toulon an, begannen, zugleich mit einer Brittiſchen Flotte, die vor dem Hafen lag, die Belagerung. Aber als ein Franzöſ. Heer der Stadt zu Hülfe kam und Mangel an Lebensmitteln längeres Verweilen bedenklich machte, gab man die Belagerung auf undkehrte nach Piemont zurück.
§. 8. Oudenarde. Lille. Malplaquet. Denain. Mit mehr Nachdruck ward der Krieg im J. 1708 fort⸗ geſetzt. Im Sommer zog E. nach den Niederlanden, und ſtand, mit Marlborough vereinigt, am 11. Juli bei Oudenarde den Franzoſen, unter den Herzögen von Bourgogne und Vendome, gegenüber. Die Verbündeten ſiegten. Darauf ward Lille belagert und, zum Erſtaunen Europa's, am 23. Okt. genommen. Im Winter kam es zu Friedensverhandlungen; aber die Forderungen der Alliirten waren für Ludwig XIV. ſo demüthigend, daß er ſeinen Geſandten zurück rief. Am 11. Sept. 1709 war die Schlacht bei Malplaquet. E. und Marlborough ſiegten über Villars und Boufflers. Aber die Ver⸗ bündeten zählten über 20,000 Todte und Verwundete, die Franzoſen 12,000. Im J. 1710 wurden neue Friedenskon⸗ ferenzen eröffnet, gingen wieder auseinander. Unterdeß waren große Veränderungen eingetreten.⸗zMarlborough verlor das Kommando der Brittiſchen Truppen; letztere nahmen endlich gar keinen Theil mehr am Kampf, verließen im Juli 1712 die alliirte Armee. Dadurch ging die Schlacht von Denain(24. Juli) verloren.
F. 9. Siege bei Peterwardein, bei Belgrad. 1716. 1717. Wiederum war Krieg mit den Türken. Dieſe konnten den Verluſt von Morea, das im Karlowitzer Frieden an die Republik Venedig abgetreten worden, nicht verſchmerzen, und brachen den Frieden. Die Venetianer waren ſchon niedergeſtiegen von ihrer Höhe, konnten ſelbſt ſich nicht ſchützen, nicht den Türken widerſtehen, die Koron, Modon, Napoli di Romania, Napoli di Mal⸗ vaſia, all dieſe Veſten, deren Eroberung ſo viel Blut gekoſtet, ihnen wegnahmen, in ihrem Uebermuth den Golf ſelbſt bedrohten. Der Kaiſer unternahm es, ſie zu ſchützen. Trotzig hatten die Türken ſeine Vermittlungsvorſchläge verworfen. Die Armee ward mobil gemacht, Eugen zum Oberbefehlshaber ernannt. Am 9. Juli 1716 traf er bei den Truppen ein, die im Lager bei Futak unweit Peterwardein zuſammengezogen wurden;— 66 Batalllone, 52 Grenadierkompagnien und 165 Schwadronen(41,500 M. Infanterie, 22,700 M. Kavallerie). Außerdem waren 8000 M. in Peterwardein. Die Türken, 150,000 M. ſtark, unter dem Großvezier Ali⸗Paſcha, gingen am 26. und 27. auf Schiffbrücken über die Save und bezogen das Lager bei Panowce. Am 1. Aug. rückten ſie die Donau hinauf bis Szlankamen, am 2. bis Karlowitz. FM. Graf Palffy rekognoscirte den Feind mit 3000 Deutſchen Reitern und 400 Huſaren, ward plötzlich von 20,000 M. Kavallerie angegriffen, und genöthigt, gegen Abend mit einem Verluſt von 400 M. nach Peterwardein zurückzukehren. Schmerzlich vermißte man FMé. Graf Breuner, der heldenmüthig kämpfend, als ſein Pferd, durch einen Schuß verwundet, mit ihm geſtürzt, von den Türken gefangen genommen worden. Am 3. ging die kaiſ. Armee über die Donau, nahm in den bei einer frühern Belagerung Peterwardein's aufgeworfenen Verſchanzungen eine feſte Stellung. In der Nacht kamen auch die Türken an; näherten ſich ſchon am 4. mit einer Parallele bis auf 100 Schritte dem kaiſ. Lager, das ſie mit Kanonen, Bomben und Kleingewehrfeuer heftig zu beſchießen anfingen. Eugen ließ ihr Feuer nur ſchwach erwiedern; beſchloß, ſie am 5. anzugreifen. Eine detaillirte Dispoſition für den Angriff ward niedergeſchrieben und Abends den Ge⸗ nerälen mitgetheilt. Die Schlachtlinie lehnte ſich mit dem linken Flügel an einen Moorgrund, mit dem rechten


