Aufsatz 
Prinz Eugen von Savoyen / von Johann Heinrich Hennes
Entstehung
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linken Ufer die Donau aufwärts, nahm eine feſte Stellung bei Münſter unweit Donauwörth. Marlborough ſtand bei Rain. E. eilte, mit ihm und dem Markgrafen ſich zu berathen. Die Belagerung von Ingolſtadt ward be⸗ ſchloſſen; der Markgraf übernahm es, ſie zu leiten; von den unter ihm ſtehenden Truppen ließ er nur 28 Schwadronen beim Herzog. Unterdeß hatte der Feind Augsburg verlaſſen, war bei Lauingen über die Donau gegangen. Auch M. bricht auf, vereinigt ſich am 11. Aug. Abends mit E., am Keſſelbach zwiſchen Oppertshofen und Münſter. Am 12.: E. und M. rekognosciren, ſehen vom Kirchthurm zu Tapfheim den Feind über Höchſtädt heranziehen, der am Nebelbach das Lager aufſchlägt, ſo daß dieſer die Frontlinie deſſelben bildet, mit dem rechten Flügel an Blindheim, im Winkel zwiſchen Donau und Nebelbach, mit dem linken an Luzingen gelehnt, wo der Nebelbach aus den Waldungen des Goldberges in die Ebene eintritt, in der Mitte Ober⸗ und Unterglauheim, machen die Dispoſition für den Angriff. Es folgt am 13. der große Tag von Höchſtädt. Um 3 Uhr begann das Vor⸗ rücken auf der ganzen Linie, der rechte Flügel unter E., der linke unter M., jeder in 4 Kolonnen. Die beiden äußern Kolonnen jedes Flügels beſtanden aus Infanterie, die beiden innern aus Reiterei, die demnach das Cen⸗ trum der ganzen Schlachtordnung bildete. Den feindlichen rechten Flügel kommandirte Tallard, den linken der Kurfürſt und Marſin. Erſt nach 7 Uhr ſenkte ſich der dichte Nebel, der es möglich gemacht hatte, ganz unbemerkt vorzurücken; und man ſah den Feind vor ſich, der um 6 Uhr ſein Geſchützfeuer begann. Eugen's Kolonnen mußten, um ihr Ziel zu erreichen, mitunter im Bereich des feindlichen Geſchützes, einen großen Umweg machen, auf dem ſie überdies durch viele kleine Bäche, Einſchnitte, mit Gebüſch bedecktes Terrain aufgehalten wurden; und kamen erſt gegen Mittag in die Nähe von Luzingen. Sobald die Meldung von der Beendigung des Auf⸗ marſches des rechten Flügels eingetroffen war, lies M. das Signal zum Vorrücken geben. Gegen 1 Uhr begann der Angriff, zuerſt auf dem linken Flügel gegen Blindheim. Dies große Dorf, deſſen Bauart und Umgebung die hartnäckigſte Vertheidigung begünſtigte, war von 15. Bat. beſetzt, 9 andre Bat. dahinter als Reſerve aufge⸗ ſtellt. Dreimal ward der Angriff zurückgewieſen. M. mußte ſeine Truppen aus dem mörderiſchen Feuer der Franzoſen zurückziehen, änderte ſeinen Angriffsplan, beſchränkte ſich bei Blindheim auf Scheinangriffe, richtete den Hauptſtoß gegen die Mitte der Linien Tallard's. Auf dem rechten Flügel hatte zuerſt die Preußiſche Infanterie unter Leopold von Deſſau bei Luzingen den hier noch ſehr kleinen Nebelbach überſchritten und auf dem rechten Ufer feſten Fuß gefaßt. Um 3 Uhr war die Schlacht auf der ganzen Linie in vollem Gange. Mehrere Kavallerie⸗ brigaden waren ſchon jenſeits des Nebelbachs, trieben die gegenüberſtehenden Reiterkolonnen vor ſich her, wurden aber immer wieder bis an den Nebelbach zurückgeworfen. Den ſchwerſten Kampf hatte der rechte Flügel; er war auf dem ungünſtigſten Terrain; der Feind war an Zahl ſehr überlegen; tapfer fochten die Baiern. Eugen ſchoß 2 ſeiner Küraſſiere, als ſie zurückwichen, von den Pferden; ſtellte ſich vor ſeine Truppen, rief ihnen zu; endlich ward der Feind geworfen. Unterdeß hatte M. im Centrum ſeine ſämmtlichen Schwadronen über den Nebelbach gehen laſſen, nach wiederholtem Angriff gegen 6 Uhr die feindlichen Linien durchbrochen, ſtand ſiegreich in der Mitte des Schlachtfelds. Das Geſchick des Tages war entſchieden. Die Franzöſ. Kavallerie wandte ſich zur Flucht. Raſtlos wurde ſie verfolgt. Ein großer Theil der Infanterie ward niedergehauen; Tallard ſelbſt von einer Reiterabtheilung, die er, kurzſichtig, für Franzoſen hielt, gefangen genommen. Der Feind hatte ſeine Stellung in ihrer ganzen Ausdehnung verlaſſen, mit Ausnahme der in und bei Blindheim ſtehenden Truppen. M. ließ dieſe auf allen Seiten mit Infanterie umzingeln, und es blieb ihnen nichts übrig, als ſich durchzuſchlagen, zu⸗ ſammenſchießen zu laſſen oder zu ergeben. Das erſtere verſuchten ſie vergebens. Lange vertheidigten ſie ſich tapfer. Aber ſie waren ohne Lebensmittel, ohne Hoffnung auf Sukkurs. Auf Gnade und Ungnade mußten ſie ſich ergeben; und ſo ſtreckten um 8 Uhr Abends etwa 9000 Franzoſen, alles Kerntruppen, das Gewehr; nur das Regiment Navarra zertrümmerte ſeine Waffen und Fahnen. Zu Ende war die blutige Schlacht. Die Alliirten zählten an Todten und Verwundeten 11,000 M. Der Verluſt der Franzoſen war nicht genau zu ermitteln; 6000 Todte und Verwundete werden in Franzöſiſchen Berichten angegeben. Erbeutet wurden mindeſtens 100 Kanonen und Mörſer, 160 Fahnen und Standarten, 3500 Zelte, 5000 Proviant⸗ und Bagagewagen. E. und M. hatten ſich wie es in dem Bericht eines in M.s Hauptquartier befindlichen Preuß. Offiziers an den König heißt beide gar ſehr exponirt, beide in eigner Perſon ihre weichenden Truppen zum Stehen gebracht, namentlichder Prinz Eugen, welcher ſo weit gegangen, daß es faſt ein Mirakel, daß er der Gefahr entgangen iſt. Aber überall wurden ſie auch nach dieſem Siege als die Retter Deutſchlands geprieſen! Die Franzöſiſche Armee, flüchtig, zerſtreut, eilte