Aufsatz 
Prinz Eugen von Savoyen / von Johann Heinrich Hennes
Entstehung
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Schlachtordnung aufſtellen. Bei Höchſtädt kam es zum Kampf(20. Sept.) Styrum mußte weichen. In ſeinem Schlachtbericht rühmt er die Tapferkeit der Preußiſchen Infanterie, die unter Prinz Leopold von Deſſau, damals 27 Jahre alt, die Nachhut bildete. Auf allen Seiten trafen den Kaiſer Unfälle. Schlimm genug ſtand es beim Beginn des J. 1704. Nicht mehr an der Gränze ward der Krieg geführt; Schwaben, Baiern, Oeſterreich ſelbſt waren der Schauplatz desſelben. Schon war Tyrol auf's äußerſte bedroht geweſen. Der Kurf. von Baiern hatte Paſſau, Augsburg, Regensburg, wo er den Reichstag gleichſam kriegsgefangen hielt. Die Ungarn waren im Aufruhr, ſtreiften bis vor die Thore von Wien. Ludwig XIV., deſſen Truppen ſich im Reich feſtgeſetzt, konnte den Un⸗ gariſchen Rebellen, den Polniſchen Conföderirten, ja den Türken ſelbſt die Hand reichen. Eugen ſah keine Rettung als in der Vereinigung der Engliſch⸗Holländiſchen Truppen, die Marlborough in den Niederlanden kommandirte, mit der kaiſ. Armee. Im tiefſten Geheimniß verhandelte er darüber mit Marlborough; nur zum Theil wurden ihre Verabredungen den Brittiſchen Miniſtern und den Generalſtaaten mitgetheilt. Aber wie großen Schwierigkeiten E.'s Plan auch in London und im Haag begegnete, er ward ausgeführt; die Vereinigung kam zu Stande, Dank M.'s. Hingebung und Genie! Zum Schutz der Niederlande ließ dieſer ein Corps zurück, zog bei Bedburg an der Erft ſeine Truppen zuſammen. Am 19. Mai brach er auf und begann den denkwürdigen Zug; ging am 26. bei Koblenz über den Rhein, kam am 29. nach Kaſtel, Mainz gegenüber. Der Kurfürſt, der ihn und die höhern Offiziere eingeladen, erſtaunt über das glänzende Ausſehen derſelben, ſagte:Es erwartet ſie ein freundliches, aber nach den bedrängten Umſtänden berechnetes Mahl; dieſe Herren ſcheinen für ein glänzenderes Feſt geputzt. Von Mainz ſchrieb er an ſeinen Freund Godolphin den Schatzkanzler:Ungeachtet der raſtloſen Märſche iſt die Mannſchaft wohlgemuth über dieſen Ritterzug; nur bitte ich Sie, alle Sorge zu tragen, daß es ihr an nichts fehle. Am 9. Juni traf er zu Mundelsheim am Neckar mit Eugen zuſammen, ließ am 11. zu Groß⸗Heppach im Remsthal ſeine Kavallerie vor ihm defiliren. E. rühmte ſie alsdie ſchönſte und beſt abgerichtete, die er je geſehen. Im Wiener Diarium vom 14. hieß es:Es iſt nicht zu ſagen, was für treffliche Leute dieſe Britten ſind, ſowohl von Perſon als ſchöner Montur; ſie haben Röcke von feinem Karmeſin⸗Tuch, jedes Regiment durch die Farbe der Kamiſöler und Aufſchläge unterſchieden. Die Reiterei iſt nicht nur ſtattlich beritten, ſondern noch ſo, daß ein Regiment blos Schimmel, das andre Braune, das dritte Rappen hat. Ihr Marſch geht zum Verwundern raſch, ungeachtet ſie eine ſchwere und koſtbare Artillerie, von 2500 Pferden gezogen, mit ſich führen. M. ſchrieb an ſeine Gattin: Prinz E. war von Montag bis Freitag mit mir. Sein Umgang, ſeine Art, ſich auszudrücken, hat ungemein viel Aehnliches mit den Manieren des Lord Schrewsbury, mit dem Vorzuge jedoch, daß er viel offenherziger ſcheint. Er war beſonders freimüthig gegen mich, als er mir die Schilderung des Markgrafen entwarf, aus der hervorgeht, daß ich viel mehr auf meiner Hut ſein muß, als wenn ich mit ihm zu thun hätte. E. und M. verſtanden ſich bald, blieben Freunde ihr Leben hindurch. Auch der Markgraf von Baden kam nach Heppach. Es ward beſchloſſen, daß den Oberbefehl über das vereinigte kaiſ. und Brittifche Heer abwechſelnd einen Tag der Herzog den andern der Markgraf führe, daß noch eine zweite Armee, von Eugen kommandirt, am Rhein aufgeſtellt werde, um den Marſchällen Tallard und Villeroi die Stirne zu bieten. Am 23. Juni vereinigten ſich zu Lutzhauſen die Heere des Herzogs und des Markgrafen. Der Kurfürſt hütete in einem feſten Lager zwiſchen Lauingen und Dillingen die Gränze ſeines Landes. Villars, fortwährend mit ihm uneinig, war nach Frankreich zurückgerufen worden, Marſchall Marſin an ſeine Stelle gekommen. Um dem Gegner den Uebergang über die Donau zu erſchweren, ſandten ſie ein Corps von 13,000 M., alles auserleſene Soldaten, nach Donauwörth, um dort am Schellenberg ein verſchanztes Lager zu beziehen. M. erfuhr dies, rückte eilig herbei, ſetzte über die Wernitz, erſchien, als die Verſchanzungen beinah vollendet, am 2. Juni am Schellenberg. Es war gegen 6 Uhr Abends, als M., der an dieſem Tage das Kommando hatte, den Befehl zum Sturm ertheilte. Lebhaft war der Angriff, hartnäckig, heldenmüthig die Vertheidigung. Nach erbittertem, blutigem Kampf werden die Bruſtwehren erſtiegen. Was das Schwert der Sieger erreicht, wird niedergehauen. Von 13 Baieriſchen Bataillonen kamen nur wenige Soldaten, von einigen Schwadronen nur 5 bis 6 M. davon. Auch die Alliirten hatten den Sieg theuer erkauft. Aber das Donauthal ſtand ihnen nun offen; und der Kurfürſt, in Gefahr von ſeinem Lande abgeſchnitten zu werden, verließ eilig ſein feſtes Lager, zog nach Augsburg, wo er ſich unter dem Geſchütz der Stadt verſchanzte. Unterdeß rückte aber Marſchall Tallard mit 40 Bataillonen und 60 Schwadronen durch den Schwarzwald vor, ging bei Ulm über die Donau, gelangte am 4. Aug. zu dem Baieriſch⸗Franzöſiſchen Heer bei Augsburg. Eugen war ihm bis Ulm gefolgt; zog dann am