Aufsatz 
Das Odenwälder Bauernhaus
Entstehung
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fand einerseits wohl schon frühe eine weitgehende Vermischung der beiden Bauarten statt, andererseits vererbten sich die beiden Haupttypen in ziemlicher Reinheit, ähnlich wie die Trachten, von Geschlecht auf Geschlecht, und noch aus dem vorigen Jahrbundert haben wir zahlreiche Häuser und Hofanlagen, die den einen oder anderen Typus rein und unvermischt darstellen. So sehen wir in Abb. 1 eine rein ala mannische Anlage aus Hochstädten; sie

stammt aus der 1. Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Grundriss zu Abb. 1.

77 30 77 , F 2 D 7 2 5 3 3 2 7 d 6 e bW H L II=

A Flur, B Küche, C Wohnstube, D Kammer, E Schlafstube, F Schuppen, G Scheune, H Stall, J Wagenschuppen, aaa Treppen, b Herd.

Unter einem Dache sind Wohnräume, Stallung, Scheune und Schuppen vereinigt. Auf einem mässig hohen Sockel, der Keller und Wirtschaftsräume umscchliesst, erhebt sich der einstöckige Fachwerkbau des Wohnhauses, ursprünglich nach alamannischer Weise zwei- geteilt, in den Flur A mit der Küche B und die nach der Strasse zu liegende Wohnstube C mit der Kammer D zerfallend. Die jetzt links vom Flur liegende Schlafstube E und der dahinter liegende, als Schuppen benutzte Raum F dienten ursprünglich nach der Mitteilung des Besitzers ebenfalls als Stallung. Eine geschlossene Hofreite fehlt natürlich. Die Miststätte befindet sich gegenüber dem Stalle H. Die ganze Anlage genügt mit ihrer praktischen Einteilung bei aller Einfachheit sämtlichen Bedürfnissen eines Kleinbauern.

Im Gegensatz hierzu zeigen die Abb. 2 und 3 eine fränkische Hofanlage aus Knoden. Die Hofreite weist eine annähernd quadratische Form auf. Die Toranlage hat sich zu einem vollständigen Torhause entwickelt, das noch Wirtschaftsräume enthält. Der eine Flügel des Tores( auf dem Bilde geöffnet) hat eine kleine Tür für den Personenverkehr. In der vorderen linken Ecke liegt, mit dem Giebel der Strasse zugewendet, das Wohnhaus, diesem gegenüber die Scheune, vor der sich eine überdachte Halle hinzieht. Der Einfahrt gegenüber befinden sich Stallungen. An das Wohnhaus schliessen sich Schweineställe mit dem darüberliegenden Hühnerstall an.

Das 1802 erbaute Wohnhaus(s. S. 26) zeigt die bekannte fränkische Dreiteilung rein durchgeführt. Über den niederen Sockel führt eine steinerne Treppe von vier Stufen in den Flur A und die Küche B. Links liegt das Wohnzimmer C. In der Ecke nach der Strasse hin steht der Tisch a, an der Wand entlang unter den Fenstern führt die Bank b her.

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