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aber auch der Rhein muss damals schon ein wichtiges Verkehrsmittel gewesen sein, das beweisen so recht die Funde bei Koblenz, die Bodewig in den Mitteilungen des Vereins für Nass. Altertumskunde fortlaufend veröffentlicht, sowie der Ausgrabungsbericht von W. Soldan(Ann. d. Ver. f. Nass. Altert. 32 S. 145— 180) über eine Niederlassung aus der Hallstattzeit bei Neuhäusel im Westerwald. Eine solche ist aber auch in den letzten Jahren von dem Hessischen Denkmalpfleger Soldan bei Butzbach auf dem Schrenzer gefunden und teilweise aufgedeckt worden, einem Berge, der die schon früher genannte Mainzer- oder Weinstrasse beherrscht und der um so wichtiger ist, als hier eine Abzweigung nach dem Vogelsberg hinübergeht. Diese Höhe, die in römischer Zeit be- sonders stark befestigt worden ist, trägt einige Hallstatthäuser und die dazu gehörenden Gräber. Eines der letzteren ist geöffnet worden und enthielt unter einer gewaltigen Steinsetzung in Kreuzesform eine Anzahl von Bronzegegenständen, die ihrer Form und Verzierung nach unzweifel- haft der Hallstattzeit angehören. Die Gebäude selbst, aus Holz errichtet, liegen etwas höher auf einer ziemlich ausgedehnten, von Norden nach Süden sich langsam senkenden Plattform; im Rücken(nach Westen) bietet das Gebirge Schutz, während der Blick nach Osten frei über das Wettertal nach den fernen Höhen des Vogelsbergs und dem näheren Hügelzug von Münzenberg, Oppershofen und Steinfurt über die Wetter- ebene schweift. Die Gebäude, von denen nur die Pfostenlöcher erhalten sind, und die verhältnismässig wenig Scherbenüberreste finden lassen, sind regelmässig gebaute, rechteckige, mehrschiffige Bauten von recht bedeutender Ausdehnung; ein Hof umschliesst jedes Haus.
Was den Besitz des Friedberger Museums an Stücken dieser Zeit betrifft, so ist er entsprechend der geringen Verbreitung dieser Kultur- periode in unsrer Gegend sehr gering. Ein Gefäss aus Echzell zeigt parallel laufende, von links oben nach rechts unten ziehende Streifen, während der Hals glatt ist und in der Mitte etwas eingezogen erscheint; eine besondere Ausbildung des Randes ist nicht vorhanden, die Farbe ist schwärzlich braun. Ein zweites Gefäss von dem Bahnübergang am Fauerbacher Tor in Friedberg. gefunden Januar 1904, ist nur in Bruch- stücken erhalten; es ist roh und dickwandig und hat einen Randdurch- messer con ca. 20 cm, während der Bauch einen solchen von ca 60 cm besitzt; II cm unter dem nach aussen umgelegten Rande läuft ein 1,5 cm. breiter, wulstiger Streifen um das Gefäss, der mit zickzackartigen Strichen versehen ist. Von derselben Stelle stammen die Bruchstücke eines innen schwarz, aussen gelblich gefärbten Gefässes; auch bei diesem zieht 6 cm unter dem Halse ein Streifen entlang, der mit Tupfen versehen ist. Sämtliche Tongefässe besitzen eine glänzende Politur.


