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endlich der geeignetste Platz für die Einfuhr sämtlicher Waren, die von Nord- und Osteuropa nach dem Westen vertrieben werden sollten. Dazu genoss sie, wie schon erwähnt ist, eine besonders wohlwollende Förderung seitens ihrer Landesherrn und später der deutschen Kaiser und erlangte dadurch schon bald wertvolle Vorrechte für ihren Handel nach dem In- und Auslande und eine fast ganz unabhängige Stellung gegenüber dem Reiche. Als es dann stark genug geworden war, um auf eigenen Füssen stehen zu können, da wulste Lübeck, wie kaum eine zweite Stadt, durch kluge Unterhandlungen oder, wenn nötig, durch Gewalt den Schatz seiner Privilegien beständig zu mehren und seine Handelsbeziehungen schlielslich auszudehnen bis nach Frankreich im Westen und nach Nowgorod im Nordosten. Die Urkunden Lübecks aus dem 13. Jahrhundert, die dank ihrer sorgsamen Aufbewahrung noch jetzt grofsenteils vorhanden sind, gewähren uns ein anschauliches Bild von der aufserordentlichen Rührigkeit seiner damaligen Einwohner. Es verging fast kein Jahr, ohne daſs sie sich bald hier, bald dort, in Rufsland und Polen, in Livland und Schweden, in Norwegen und Dänemark, in England und Schottland, in Flandern und Frankreich neue Handelsvorrechte auswirkten oder wenigstens alte bestätigen lielsen. Aus Rufsland holten die lübischen Groſshändler eine Menge von Rohstoffen jeder Art, namentlich Wachs, Pelzwerk, Felle, Haare, Leder, Schmalz, Thran, Harz, Theer; sie erwarben sie im Eintausch gegen Tuche jeglicher Sorte und Herkunft, besonders aus den Niederlanden und der Mark Brandenburg, ferner gegen Leinwand, Garn, Handschuhe, Nadein, Saffianleder, Paternoster, Pergament, Salz. Wein, Metalle, ja. als einst in Rufsland Hungersnot herrschte, sogar Getreide. Gegenstand des lübischen Handels mit Schweden war besonders das Kupfer und Eisen der dortigen Bergwerke. Norwegen war gleich Rulsland ein williger Abnehmer deutscher Industrieerzeugnisse und bot dafür Kabliau, Schellfische und namentlich Heringe. Ungleich wichtiger noch gerade für diesen letzteren Artikel war die Südküste des heute schwedischen, damals aber dänischen Landes Schonen. Dort herrschte an dem südwestlichen Vorsprunge der Küste, zwischen den beiden Orten Skanör und Falsterbo, alljährlich zur Zeit des Heringsfanges, im August bis Oktober, ein äufserst geschäftiges Leben und Treiben. Die deutschen Kaufleute brachten ganze Handelsflotten voll Waren zu Markte— den Dänen fehlte es noch an einem eigenen Hand- werks- und Kaufmannsstand— und erwarben dafür von den Dänen


