Aufsatz 
Die Gründung der nordostdeutschen Kolonialstädte und ihre Entwicklung bis zum Ende des 13. Jahrhunderts
Entstehung
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pachtet, die Bänke und Buden dagegen an die Krämer, Fleischer, Bäcker und Schuhmacher, auch wohl Kürschner und andere Hand- werker, die dort ihre Waren feilbieten sollten. Man erbaute diese Verkaufstätten wesentlich aus polizeilichen und finanziellen Gründen, um nämlich die Beschaffenheit der Waren und ihren Umsatz leichter kontrollieren zu können, zugleich aber auch, um durch ihre Verpachtung bedeutende Einkünfte zu erzielen. Letztere fielen ent- weder dem Landesherrn allein zu oder wurden zwischen ihm, dem Lokator und der Stadt gleichmäſsig geteilt. Gewöhnlich gelang es den Städten aber bald, sie ganz für sich zu erwerben, ebenso die Zölle, die etwa der Landesherr in ihrer Nähe erheben liels. Nicht selten erhielten ferner die neuen Städte gleich anfangs das sog. Meilenrecht d. h. das Privileg, daſs im Umkreis einer Meile kein städtisches Gewerbe getrieben und keine Schenke angelegt werden durfte. Ja einzelne, wie Breslau, erfreuten sich schon in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts des Rechtes derNiederlage oder Stapelrechts, wonach alle Waren, die das betreffende Land, also in diesem Falle das Herzogtum Breslau, passierten, nur in ihnen allein zum Verkauf gestellt werden durften, zugleich aber auch gestellt werden mufsten. Je nach der Gunst ihrer Lage und der Betriebsamkeit ihrer Bewohner entwickelten sich natürlich die ein- zelnen Städte sehr verschieden. Die eine trieb vorwiegend Gewerbe, die andere Land- oder Seechandel, die dritte beides in gleichem Grade, die vierte daneben noch viel Ackerbau und Viehzucht u. S. W. Ein bedeutender Grolshandel konnte selbstverständlich stets nur unter besonders günstigen Umständen erblühen und bei dem Mangel an guten Landstrassen und den unzureichenden Transportmitteln jener Zeit am leichtesten an der Küste.

Das glänzendste Beispiel einer groſsartigen Handelsthätigkeit bot schon in früher Zeit Lübeck dar, die hervorragendste unter allen unseren ostdeutschen Kolonialstädten, zugleich eine der bevöl- kertsten Städte des damaligen Deutschlands überhaupt. Im innersten südwestlichen Winkel der Ostsee gelegen, an jener Stelle, wo die Trave noch gröſsere Seeschiffe tragen konnte und zugleich den Landweg von Holstein nach Mecklenburg kreuzte, war diese Stadt der nächste Ostseehafen für alle Auswanderer, die von dem Niederrhein, Friesland, Westfalen und Niedersachsen kamen, gleich- zeitig aber auch der günstigste und Jahrzehnte lang einzige Aus- gangspunkt für alle Unternehmungen nach Skandinavien hin und