Entmurf einer Zeittafel zur Geſchichte von Trankfurt am Main.
Vorwort.
Auf den Lehrplänen der Schulen unſeres kleinen Frei⸗ ſtaates ſind nicht, wie dies in manchen größeren deutſchen Ländern der Fall iſt, beſondere Lehrſtunden für die Geſchichte— der engeren Heimat angeſetzt. Mit Recht, denn der Knabe und Jüngling erhält kräftigere Nahrung durch die Betrachtung der Geſchichte unſeres großen gemeinſamen Vaterlandes; der Stoff wäre zu dürftig; und Vieles von dem, was wir zu erzählen hätten, wie B. manche Verfaſſungsſtreitigkeit, würde weder Intereſſe noch Verſtändniß finden. Aber ganz unbe⸗ kannt mit der Geſchichte unſerer Vaterſtadt ſollte der Schüler nicht bleiben; und wenn früher, in der reichsſtädtiſchen Zeit, wohl eher vorausgeſetzt werden konnte, daß dieſe Kenntniß ſich im Schoße der Familien erhielt und fortpflanzte, ſo können wir darauf jetzt weniger mehr bauen; unſer Frank⸗ furt verliert, je mehr es den Charakter einer Großſtadt annimmt, um ſo mehr ſein eigenthümliches Gepräge; die alten Ueberlieferungen verblaſſen und verſchwinden mehr und mehr. Darum ſollte die Schule auch hier nach Kräften erſetzen, was die Familie zu leiſten nicht mehr vermag. Und ſie kann das, ſo wie einerſeits vielleicht durch Aufnahme von
1*


