Aufsatz 
Entwicklungsgeschichte Hessen-Darmstadts. 1. Teil. Vom Tode Philipps des Großmütigen bis zur französischen Revolution
Entstehung
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A Vorwort. G/gss

Mit der vorliegenden Arbeit wird die Fortsetzung der vor zwei Jahren erschienenenTerritorialgeschichte der Landgrafschaft Hes- sen bis zum Tode Philipps des Grossmütigen geboten; aus prak- tischen Gründen erscheint aber zunächst nur der erste Teil, der bis zur französischen Revolution reicht, ein zweiter Teil soll Hessens Ent- wicklungsgeschichte bis zur Gegenwart weiter führen. Für später ist beabsichtigt, auch noch das Hessen der vorrömischen, römischen und frühmittelalterlichen Zeit in den Kreis der Betrachtung zu ziehen, um so die ganze Arbeit zu einem gewissen Abschluss zu bringen. Ausführliche Personen-, Orts- und Sachregister sollen schliesslich dazu verhelfen, in Fällen von Zweifeln sich rasch zu orientieren, sich in den absichtlich reichlich gehaltenen Literatur- angaben schnell zurecht zu finden, in Einzelfragen durch die Quellennachweise weiteren Aufschluss zu ermöglichen und so die Ergebnisse der landesgeschichtlichen Forschung auch weiteren Kreisen besser zugänglich zu machen..

Um den beabsichtigten Zweck zu erreichen und den Stoff in angenehm lesbarer Form zu bieten, wurde der Begriff der Ent- wicklungsgeschichte möglichst weit gefasst: die historische Geo- graphie bildet naturgemäss den Mittelpunkt, daneben wurden aber wiederum alle staatsrechtlichen, verfassungsrechtlichen, genealo- gischen Fragen ausgiebig erörtert, wenn sie geeignet erschienen, irgendwelche Punkte der Entwicklungsgeschichte zu klären. Aus denselben Gründen wurde auch Wert gelegt auf eine möglichst scharfe Charakteristik jener fürstlichen Persönlichkeiten, die für die Entwicklung Hessens gerade durch ihre Eigenart von beson- derer Bedeutung geworden sind.

Von der Beigabe einer Karte wurde Abstand genommen; denn das von dem Verfasser s. Zt. angekündigte Kartenwerk zur Entwicklungsgeschichte Hessens, das in seiner Gesamtheit einen historischen Atlas des Grossherzogtums darstellt, ist bereits er- schienen, einmal als Wandkarte(Maßstab 1: 250000, Grösse 235: 120) und in einer kleinen Ausgabe für den Handgebrauch (Heftformat); diese hat solchen Anklang gefunden, dass bereits das dritte Tausend vorliegt.

Darmstadt, im März 1913. Prof. Dr. Hattemer.