Aufsatz 
Das Leben des Landgrafen Kasimir Wilhelm von Hessen-Homburg 1690-1726 : nach archivalischen Quellen dargestellt / von W. Hammann
Entstehung
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seinem Schweriner Regimente, welches von Lille her, bei dessen Belagerung es schwer gelitten hatte, zur Armee eingerückt war. Er versah bei ihm seine Oberstleutnantstelle bis zum Ende des Feldzuges jenes Jahres, das ohne bedeutendere Schlacht im wesentlichen für die Verbündeten günstig war, so dass man sogar daran denken konnte, Streifscharen nach Paris vorzuschicken.

Vom Kriegsschauplatze kehrte der Landgraf im Dezember nach Oebisfelde zurück und unternahm von hier im Januar eine Reise nach Schwerin. Mit dem dortigen Hofe reiste er über Lübeck, wo man den Dom besah, nach Kiel zum Besuche des Administrators von Holstein und von da nach Hamburg. Die Rückreise führte ihn wieder über Schwerin und mach einem fünfwöchentlichen Aufenthalt daselbst nach Oebisfelde. Anfangs April sandte der Landgraf 16 Pferde nach Homburg voraus und reiste selbst über Helmstedt und Halle, dessen„Saltz- brunnen“ er besichtigte, mit der Post über Naumburg nach Weimar. Am herzoglichen Hofe verweilte er einige Tage zur Jagd bei seinem Freunde und einstigen Reisebegleiter, dem Herzoge Ernst August, und setzte dann die Reise über Erfurt, Eisenach, Hersfeld, Alsfeld, Grünberg, Friedberg nach Homburg fort, wo er am 15. April ankam, um seine abschliessenden Vorberei- tungen für den Feldzug dieses Jahres zu treffen.

Am 26. Mai 1711 begab sich sodann Prinz Kasimir in Begleitung der Herren v. Walden- heim und v. Gaillardy mit 16 Pferden wiederum ins Feld. Doch musste er sich wegen der umherstreifenden feindlichen Scharen in der Nähe des Kriegsschauplatzes einer besonderen Eskorte von 60 Mann bedienen, und nur auf allerlei Umwegen— über Antwerpen, Gent, Courtray— gelangte er endlich nach Lille und von da am 23. Juni zur Armee. Hier hatte sich der Prinz vieler Freundschaftsbeweise von seiten des Landgrafen Karl von Hessen-Philippsthal zu erfreuen, in dessen Suite er sich aufhielt.“) Im Juli dieses Jahres half er den französischen Posten bei

20 Tagen in der Heimat an. Kurz nachher wohnte der Landgraf im Dezember der Kaiser- krönung ²) Karls VI. in Frankfurt a. M. bei.

Auch an dem Feldzuge des Jahres 1712, für den von seiten der Verbündeten umfassende Vorbereitungen getroffen worden waren, beteiligte sich Landgraf Kasimir. Früher als das Jahr zuvor reiste er mit seinem Bruder am 21. April nach dem Kriegsschauplatze ab. Doch war dieses Jahr des Spanischen Erbfolgekrieges für die Alliierten kein allzu glückliches. Denn Königin Anna von England hatte Marlborough des Kommandos entsetzt und mit Frankreich einen Waffenstillstand geschlossen. Infolgedessen konnte Prinz Eugen, obwohl die seither im

übrig blieben. Tyotz seiner Verwundung wohnte er später der Landung auf Rügen und der Belagerung von Stralsund bei; zuletzt trat er als Generalleutnant in französische Dienste. Er war auch in den späteren Jahren mit dem Prinzen Kasimir durch innige Freundschaft verbunden und ist der Stammvater der Linie Philippsthal-Philippsthal geworden. Vgl. v. Rommel a. a. O. S. 83.

¹) Am 12. Oktober 1711 wurde Karl zum Kaiser gewählt und am 22. Dezember gekrönt.