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Zufolge einer C. Verf. des Miniſteriums für geiſtliche ꝛec. Angelegenheiten wurde am 1. December, als dem Tage der allgemeinen Volkszählung, der Unterricht ausgeſetzt.
Die vierzehntägigen Weihnachtsferien dauerten vom 22. December 1880 bis zum 5. Januar 1881.
Am 16. Februar d. J. führten die Primaner die Sophokleiſche Antigone nach der Ueberſetzung von Donner auf, unterſtützt von dem Gymnaſialchor, welcher 4 Chöre der Mendels⸗ ſohnſchen Kompoſition eingeübt hatte, während die 2 noch übrigen von den Abiturienten im Chore geſprochen wurden. Die Vorführung der Tragödie ſtellte an die Darſtellenden um ſo größere An⸗ forderungen, da aller äußere Apparat von Koſtümen und Dekorationen verſchmäht war. Um ſo erfreulicher war der tiefe Eindruck, welchen der zum teil vortreffliche Vortrag der großartigen Dichtung ſichtbarlich auf die zahlreiche, geſpannt lauſchende Zuhörerſchaft machte.— Die Mitwir⸗ kenden ſowohl bei dieſer Aufführung, als bei dem oben erwähnten Concert hatten aber noch die beſondere Freude, daß durch den hohen Ertrag der beiden Abende nicht allein der Reſtbetrag für das in der Gymnaſial⸗Aula befindliche Oelbild des Kirchenliederdichters und einſtigen Profeſſors zu Rinteln, Joſua Stegmann,(ſ. die Programme von 1878 u. 791) an die Erben des inzwiſchen verſtorbenen Malers David in Hannover gezahlt und einigen wohlthätigen Anſtalten der Stadt Beiſteuern gegeben, ſondern daß auch noch ein kleiner Fonds zur Anſchaffung einer Bratſche und eines Violoncells für das Gymnaſium zurückgelegt werden konnte.
In den Tagen vom 21.— 26. Februar wurden die ſchriftlichen Maturitätsarbeiten angeferkigt.
Die Aufgabe für den deutſchen Aufſatz lautete: Warum erweckt das Zeitalter der Hohen⸗ ſtaufen eines jeden Deutſchen beſonderes Intereſſe?— Die für den latein. Aufſatz: De Socratis morte.— Die mathematiſchen Aufgaben waren folgende: 1. Als man aus dem Fenſter eines Tur⸗ mes einen Stein hinunterfallen ließ, fiel derſelbe nach einigen Sekunden auf einen 25 m über der Erde befindlichen Vorſprung. Bei einem zweiten Verſuche wurde der Vorſprung vermieden. Der Stein brauchte nun eine Sekunde mehr, um auf die Erde zu gelangen. Wie hoch war das Fen⸗ ſter über der Erde? Wie viel Zeit hat der Stein gebraucht, um zur Erde zu kommen?— 2. Für ein Standbild von h= 3,94 m Höhe ſoll ein Sockel angefertigt werden, ſo daß ein Beſchauer, deſſen Auge in einer Höhe von b= 1,57 em iſt, in einer Entfernung von a= 20 m das Standbild nebſt Sockel unter einem Winkel a= 25o ſieht. Wie hoch muß der Sockel ſein?— 3. Welche Parallelkreiſe würden auf der Erde eine von dem Aequator halbierte Zone begrenzen, welche mit dem feſten Lande gleiche Oberfläche hat, wenn der Radius der Erde zu 859,44 Meilen und das feſte Land zu a= 2 454 000 Quadratmeilen angenommen wird?— 4. Die Stern⸗ warte von Paris liegt unter 48⁰ 50˙ 13,0 nördlicher Breite und unter 20° 0 0“, 0 öſtlicher Länge(von Ferro), die von Moskau unter 55⁰° 45/ 19“, 8 nördlicher Breite und unter 55° 13,51“,0 öſtlicher Länge(von Ferro).(Radius der Erde= 859,44 Meilen.) Wierviel geographiſche Meilen ſind beide Sternwarten von einander entfernt?
Der Nachwinter brachte in den ruhigen Fortgang des Unterrichts eine ebenſo unerwartete, als unangenehme Störung. Nachdem nemlich ſchon mehrere Hochfluten der Weſer in dieſem Winter ohne allzu großen Schaden vorübergegangen waren, trat in den erſten Tagen des März ungewöhnlich raſch Tauwetter ein und brachte den ſehr hoch liegenden Schnee der Gebirge zu plötzlichem Schmelzen. Infolge hiervon ſchwoll


