„lchneumonidum cognitio natura difficilis et spinosa“. Marshall.
Seit der Veröffentlichung meiner kleinen Arbeit„Ueber die Lebensweise der Ichneumonen“(Programm des Wormser Gym- nasiums und Realschule 1805) habe ich mich hauptsächlich mit der Bestimmung der von mir auf zahlreichen Exkursionen in den ver- schiedensten Gegenden Südwestdeutschlands gesammelten oder aus ihren Wirten erzogenen Ichneumoniden beschäftigt. In der näheren Umgebung von Worms lieferten mir namentlich die im Westen der Stadt zwischen den Vororten Hochheim und Pfiffligheim gelegenen, von der Pfrimm durchflossenen Anlagen, in den Monaten September und Oktober an den mit Blattläusen besetzten Stauden von Cornus sanguinea oft reiche Ausbeute. Zu lebhaftem Danke bin ich Herrn W. Landau in Hochheim verpflichtet, dessen Interesse für die reizende Insektenwelt ich manches seltene Objekt meiner Sammlung verdanke. Bei der schwierigen Arbeit des Bestimmens hatte ich mich der liebenswürdigen Hilfe des Nestors der deutschen Hymenopterologen, Dr. J. Kriechbaumer, Kustos an der zoologischen Staatssammlung in München, zu erfreuen, dessen am 2. Mai 1902 erfolgter Tod den Hymenopterologen und insbesondere den Ichneumonidenforschern einen schweren Verlust bedeutet. Auch Herrn Professor Brauns in Schwerin, dem tüchtigen Kenner der Ichneumoniden, sei an dieser Stelle für gütige Untersuchung und Bestimmung schwieriger Tiere mein herzlichster Dank ausgesprochen.
Die Neubeschreibungen sind das Resultat sorgfältiger und ge- wissenhafter Prüfung.
Zur Bereicherung unserer vielfach noch sehr lückenhaften Kenntnisse auf dem weiten Gebiete der parasitären Hymenopteren könnten u. E. die Lepidopterologen mehr noch als seither beitragen, wenn dieselben die sich bei der Züchtung von Klein- und Gross- schmetterlingen häufig ergebenden Schlupfwespen unter genauer Angabe des Wirtes nebst beigesteckter Puppe, Cocon etc. einem tüchtigen Kenner derselben zur Untersuchung übergeben wollten. Sicherlich würde auf diese Weise noch manche Art entdeckt, min- destens aber die vielfach noch in völliges Dunkel gehüllten biolo- gischen Verhältnisse auch bereits bekannter Arten nach und nach aufgehellt werden.


