15
Reden behandelt worden: Poetiſcher Prolog von Adolf Baur; Vertheidigung des Hannibal gegen den Vorwurf trägen Zauderns nach der Schlacht von Cannä, lat. Rede von Rudolf Reichel; ein Tag in der Natur von Heinrich Nonnemacher aus Mainz; über Sokrates' Spruch„lerne dich ſelbſt kennen“, eine Chrie, lat. von Joſeph Pabſt; über Shakespeare's Julius Cäſar, engliſch von Ludwig v. Grancy; Theodor Körner von Eberhard Schödler; Rede des Appius Claudius gegen Pyrrhus' Frie⸗ densvorſchläge, lat. von Reinhard Baſſet; über die Bildung und das Weſen der Troubadours, franzöſiſch von Otto Wolfskehl; Rede zum Gedächtniſſe Schiller's von Wilhelm Hallwachs; die Freundſchaft nebſt Abſchied vom Gymnaſium von Georg Sturmfels aus Ernſthofen.— Von acht Arbeiten, welche über die für das Jahr 1858 geſtellten Preisfragen eingegangen waren, erhielten folgende ſechs die aus der Fuhr'ſchen Stiftung verfügbaren Preiſe:
1. Wider die modernen Vertheidiger der Selaverei mit Rückſicht auf die jüngſten Kämpfe in Nord⸗Amerika, von Reinhard Baſſet;
2. Vergleichung der 2. und 3. Idylle von Theokrit mit Virgil's 8. Ekloge in latein. Sprache, und metriſche Ueberſetzung der drei Gedichte in deutſcher Sprache, von Joſeph Pabſt;
3. Ueber das Weſen der Metapher, ihre Verſchiedenheit von der bildlichen Ver⸗ gleichung, ihre Anwendung in der Poeſie und die Gründe derſelben, ſowie über die Geſichtspunkte, aus welchen ſie beim epiſchen, dramatiſchen und lyriſchen Gedichte zu betrachten iſt, von Georg Sturmfels;
4. Vergleichung der Gellert'ſchen und Leſſing'ſchen Fabel und Verſuch eigner Dichtung, in welcher die Eigenthümlichkeiten beider Arten des Fabelſtil's vortreten, von Wilhelm Hallwachs;
5. Die Conſtruction der Kegelſchnitte und Begründung derſelben aus den ver⸗ ſchiedenen Eigenſchaften dieſer Curven, von Theodor Merz;
6. Selbſtändige Aufnahme der Nord⸗Oſtſeite des hieſigen Reſidenzſchloſſes und eine darnach in Licht und Schatten vollſtändig ausgeführte Zeichnung mit allgemeiner Farbenanlage, mindeſtens 150 breit, von Eberhard Schödler.
Durch allerhöchſtes Decret vom 30. September v. J. wurde dem Unterzeichneten das vorher proviſoriſch von ihm verwaltete Directorat des Gymnaſiums definitiv über⸗ tragen. Gleichzeitig erfolgte die Wiederbeſetzung der erledigten Lehrerſtellen. Dr. Georg Zimmermann, bis dahin Gymnaſiallehrer zu Worms, wurde nämlich durch aller⸗ höchſtes Decret in gleicher Eigenſchaft an das hieſige Gymnaſium verſetzt und Pfarr⸗ vicar Dr. Karl Köhler dahier durch Verfügung Großherzoglicher Oberſtudien⸗Direction, jedoch unter Belaſſung in ſeinem Pfarrvicariate, zum proviſoriſchen Lehrer ernannt. Die beiden letzteren haben Folgendes über ihr Leben mitgetheilt:
Dr. Georg Zimmermann— ich bin geboren in Darmſtadt den 24. Februar 1814. Das Gymnaſium meiner Vaterſtadt beſuchte ich von der unterſten Claſſe bis zur oberſten Abtheilung der Selecta. Hierauf ſtudirte ich von Herbſt 1831 bis zum Herbſt 1834 erſt in Heidelberg, dann in Gießen Theologie und Philoſophie. 1835 beſtand ich die theologiſche Facultätsprüfung in Gießen, 1837 die Prüfung als Can⸗


