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Mit dem Schlusse des Schuljahrs wird der wissenschaftliche Hilfslehrer Jakob Stemmler aus dem Verbande des Gymnasiums scheiden.
Der Gesundheitszustand war in dem verflossenen Schuljahr nicht so günstig, wie in dem Jahre zuvor. Insbesondere hatte eine im November und Dezember herrschende Influenza-Epidemie vielfach unliebsame Störungen im Unterrichtsbetrieb im Gefolge, inso- fern nicht nur eine grössere Zahl von Schülern von derselben ergriffen wurde, sondern auch die Mehrzahl der Lehrer erkrankte. Zum Glück dauerte die Krankheit bei den meisten Herren nur wenige Tage, längere Zeit dagegen fehlten der Gymnasial-Elementar- lehrer Brückel und der Oberlehrer Professor Gropius. Ersterer war auch im Som- merhalbjahr durch ein Fussleiden einige Wochen an der vollen Ausübung seiner Amts- pflichten gehindert.
Personalnotiz über den neu eingetretenen Lehrer.
Karl Steyer, geboren am 13. Juli 1857 zu Zschepplin, Provinz Sachsen, als Sohn des Pfarrers Gustav Steyer, erhielt seine Vorbildung auf der Königlichen Landes- schule Pforta und studierte sodann auf den Universitäten Leipzig und Halle Theologie. Nachdem er am 6. Mai 1881 die Prüfung pro licentia concionandi bestanden hatte, trat er in den zur Ausbildung von Religionslehrern bestimmten Kandidaten-Konvikt am Pädagogium zum Kloster Unser Lieben Frauen zu Magdeburg ein. Von Ostern 1883 an wurde er sodann zunächst provisorisch und nach bestandener Prüfung pro facultate docendi definitiv dem Realprogymnasium zu Gardelegen zugewiesen. Von dort wurde er Michaelis 1885 als Religionslehrer an das Gymnasium zu Stendal versetzt, wo er bis zu seinem Ostern 1893 erfolgten UÜbergang an das Königliche Gymnasium zu Weilburg verblieb.
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