Aufsatz 
Geschichte der Anstalt während der ersten 25 Jahre ihres Bestehens / von Greiss
Entstehung
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An literarischen Arbeiten sind erschienen: Von Professor Dr. W. Casselmann: Leitfaden für den wissenschaftlichen Unterricht in der Chemie. Erster Cursus. 3. Auflage. Wiesbaden C. W. Kreidel's Verlag. Von Collaborator F. Henrich: 1. Lehrbuch der Arithmetik und Algebra; 2. Lehrbuch der ebenen Trigonometrie und Polygono- metrie; 3. Lehrbuch der sphärischen Trigonometrie; sämmtlich im Verlag von Ch. Limbarth

in Wiesbaden. B. Unterricht.

Der Lehrplan des Realgymnasiums hat im abgelaufenen Schuljahre keinerlei Verände- rungen erfahren.

Dem neu eintretenden Gymnasiallehrer Schmidt wurde der deutsche, lateinische und französische Unterricht sowie Geschichte und Geographie in Tertia übertragen. Zugleich erhielt er das Ordinariat in dieser Klasse.

In dem Religionsunterrichte waren bisher die Schüler der Tertia und Secunda combinirt. wie dieses auch bei den Schülern der Ober- und Unterprima der Fall ist. Da aber durch die starke Aufnahme zu Ostern 1869 die Tertia auf 43 angewachsen war und die Secunda ebenfalls über 40 Schüler zählte, so stellte sich im Laufe des Sommers die dringende Noth- wendigkeit heraus, die beiden Klassen in diesem Unterrichte zu trennen. Dieses geschah mit Gutheissung der vorgesetzten Behörde zu Anfang des Wintersemesters. Die katholischen Schüler dieser beiden Klassen konnten jedoch ihrer geringen Zahl wegen wie früher in diesem Unterrichte combinirt pleiben.

Auf Grund eines ärztlichen Zeugnisses musste Collaborator Hen rich zum Zweck einer Cur während des Sommersemesters von der Assistenz in den Arbeitsstunden der Pri- maner im chemischen Laboratorium entbunden werden. Da aber ein einziger Lehrer nicht hinreicht, um die ganze Zahl der Primaner bei ihren- selbstständigen Analysen gehörig zu übersehen und zweckmässig zu leiten, so gestattete Königl. Provinzial-Schulcollegium auf Antrag der Direction, dass diese Assistenz(6 St. wöchentlich) dem Dr. C. Bauer, einem früheren Schüler des Realgymnasiums, welcher gerade während des letzten Sommers hier privatisirte, gegen eine Remuneration übertragen wurde. Zu Herbst trat Hr. Henrich wieder in diese seine Functionen ein.

Den Turnunterricht ertheilte während des Sommersemesters Elementarlehrer Effel- berger, musste aber denselben infolge seiner Versetzung an die höhere Bürgerschule, wo ihm ebenfalls der Turnunterricht übertragen wurde, zu Michablis v. J. abgeben. Glück- licherweise befand sich unter den hiesigen Elementarlehrern ein anderer, ebenfalls auf der Königl. Central-Turnanstalt zu Berlin ausgebildeter junger Mann, welcher sich zur Annahme dieses Unterrichts bereit erklärte. Dem zu F olge wurde mit Bewilligung Königl. Provinzial- Schulcollegiums die Leitung des Turnunterrichts an beiden hiesigen Gymnasien dem Lehrer H. Weber von Herbst an übertragen. Weil es jedoch, zur Fortsetzung dieses Unterrichts auch während der Wintermonate, immer noch an einer eigenen Turnhalle fehlt, so wandten sich die beiden Directoren durch Vermittelung des Rectors der höheren Bürgerschule um