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Stadt⸗Speyeriſchen Praeceptor Gymnasi Weyland Hn. Theophilo Haupt aufgerichteten Testamenti.“—„So geſchehen Speyer den 6ten Tag Monaths Novembris im Jahr Chriſti Ein Tauſend, Sieben Hundert Vierzig und Drey“ geſtiftet worden. Die betreffenden Worte des vorgedachten Teſtamentes lauten folgendermaßen:„Deme vorgängig, legire und verſchaffe in des Heiligen Reichs Freyen Stadt Wetzlar, in danckbarlicher Erwegung der mir zu Fortſetzung meiner Studien ehemahls gereichten Obrigkeitlichen Beyhülffe... die Summe von Ein Tauſend Fünff Hundert Gulden zu einem Stipendio alſo und dergeſtalt, daß.. die davon alljährlich abfallende Zinße von Siebenzig Fünff Gulden, zu ewigen Tagen Einem von meiner in gedachtem Wetzlar ſich befindlichen Familie ſo wohl von Vätter⸗ licher als Mütterlicher Seiten vorhandenen Studioso, welcher Facultät derſelbe ſich auch widmen mögte, um ſolche auf einer Ihme, ſeinen Eltern, oder Anverwandten anſtändigen Protestantiſchen Universität, zu Fortſetzung ſeiner Studien anzuwenden, ohnweigerlich gereichet und ausgezahlet werden ſollen, mit der außdrücklichen Bedin⸗ gung, daß falls ſo wohl von der Hauptiſchen, als Vätterlichen, und dann der Mülleriſchen, als Mütterlichen Familie, Subjecta vorhanden wären, alßdann der von der Hauptiſchen Linie ſothanes Stipendium Vier nach einander folgende Jahre genießen, nach deren Verlauff dem von der Mütterlichen Mülleriſchen Linie vorhan⸗ denen ebenfalls auff Vier Jahre überlaſſen, und damit zu allen Zeiten auff dieſe Weiße Abwechſelungs⸗Weiße verfahren; Woferne aber von dieſen beyden Familien kein Subjectum vorhanden wäre, alßdann ſolches Einem Wetzlariſchen eingebohrnen Kinde Evangeliſch⸗Lutheriſcher Religion, welchen in ſolchem Fall der jedesmahlige Rector des Gymnasii zu gedachtem Wetzlar, nach ſeinem guten Wiſſen und Gewiſſen, E. E. Rath vorzuſchlagen hat, auff vorbemeldete Art angedeihen, und dieſe in Anſehung deſſen, ihre Dienſte der Stadt Wetzlar vor allen andern widmen ſollen.“
Indem ſich die Gymnaſial⸗Direction veranlaßt ſieht, an dieſer Stelle öffentlich das Andenken an eine Stiftung zu erneuern, welche bis hierher die einzige der Art verblieben iſt, fühlt ſich dieſelbe gedrungen, zugleich den Wunſch auszuſprechen, daß auch von anderen Seiten her die Anſtalt in ähnlicher Weiſe bedacht werden, und ſo die löbliche Sitte früherer Zeiten, durch dergleichen Vermächtniſſe öffentliche Anſtalten fördern zu helfen, auch in unſeren Tagen wieder mehr und mehr ins Leben treten möge.
B. Lehrapparat.
I. Die Gymnaſialbibliothek wurde durch folgende Werke vermehrt:
A. Durch Schenkung: a) von Seiten des K. Miniſteriums der geiſtlichen ꝛc. Angelegenheiten und des K. Rheiniſchen Provinzial⸗Schul⸗Collegiums.
1) Zeitschrift für deutsches Alterthum v. M. Haupt. IX. 3. Leipz. 1853.— 1) C. Plini Secundi Na- kuralis Historiae libri XXXVII. Recensuit Jul. Sillig. Vol. III. Hamb. et Goth. 1853.— 3) Wandkarte des preussischen Staates, mit besonderer Rücksicht auf den Gebrauch in Schulen, neu entworfen von L. Winckelmann. Im Verlage von Winckelmann und Söhne in Berlin.— 4) Mittheilungen aus Schwedischen Archiven und Bibliotheken. Bericht etc. von Dr. L. Prowe. Berlin 1853.— 5) Die Hohenzollern. Eine Sammlung patriotiſcher Gedichte für Schule und Haus. Herausgegeben von G. Berg. Stolp. 1853.— 6) Die Geſchichte des deutſchen Volkes in fünfzehn größeren Bildern dargeſtellt von K. G. Herrmann aus Dresden. Mit erläuterndem Texte von Dr. R. Foß nebſt Vorwort von Dr. J. Stahl. 3. 4. und 5.(Schluß⸗) Lief. Gotha 1853.— 7) T. Macci Plauti Comoediae. Ex recens. Fr. Ritschelii. Tom. III.(Persa.) Elber- feldae 1853.— 8) 257 Programme aus den Jahren 1853 und 54 und mehrere frühere.


