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Am 13. und 14. Oktober unternahm Herr Böhm mit Schülern der Obersekunda, Unter- und Oberprima eine zweitägige Turnfahrt in die Rhön. Von Kerzell ging es über Weyhers nach dem Ebersberg, Wachküppel und der Wasserkuppe. Nach gutem Nachtquartier in Poppenhausen wurde am zweiten Tage Steinwand und Milseburg erstiegen und über Kleinsassen nach Fulda marschiert, von wo
die Rückfahrt erfolgte. Auch von anderen Klassen wurden im Laufe des Herbstes kleine Ausflüge unter Leitung ihrer
Ordinarien unternommen.
Die Ferien fielen auf den 11. Mai(Christi Himmelfahrt), vom 22. bis 24. Mai(Pfingstfest), 3. Juli bis einschliefslich 31. Juli(Sommerferien), 25. September bis 9. Oktober(Herbstferien), 22. No- vember(Buſs- und Bettag) und 23. Dezember 1893 bis einschliefslich 8. Januar 1894(Weihnachtsferien).
Zum Schlittschuhlaufen wurden freigegeben die Nachmittage am 7. Dezember, 15. Januar und 23. Februar.
Es gereicht uns zur groſsen Freude, daſs im abgelaufenen Jahre unsere Schule in ihrem Kollegium weitere Auszeichnungen erfahren hat. Seine Majestät der Kaiser und König haben geruht, den Herren Prof. Dr. Fritsch und Prof. Dr. Lorey den Rang der Räthe vierter Klasse zu verleihen. Die Herren Oberlehrer Reichard, Dr. Weiffenbach, Dr. Brittner, Dr. Gotthold und Dr. Höfler sind zu Professoren ernannt worden.
Dem seit Ostern 1892 mit der Klingerschule verbundenen Seminar zur praktischen Ausbildung von Kandidaten für das Lehramt an höheren Schulen waren von dem Königlichen Provinzial-Schul- kollegium für das Schuljahr 1893/94 fünf Kandidaten zugewiesen. Die Beschäftigung derselben in sämtlichen Klassen der Klingerschule, einschliefslich der beiden oberen Vorschulklassen, im Beisein des Direktors, des betreffenden Seminarlehrers und der Fachlehrer, sowie die sich an die einzelnen Lektionen anschliefsende Kritik haben sich für den Organismus der Schule, besonders in Beziehung auf die ein- heitliche Durchführung der Methode, nicht ohne Nutzen erwiesen.
Als Lehrer waren auch in diesem Jahre an dem Seminar beschäftigt aufser dem Direktor die Herren Prof. Dr. Lorey und Prof. Dr. Weiffenbach.
Die Revision des Seminars durch den Königlichen Provinzial-Schulrat, Herrn Geheimrat Lahmeyer fand am 18. Januar statt.
Die Herren Presber und Diehl wurden auch im verflossenen Jahre als wissenschaftliche Hilfslehrer beschäftigt, der erstere mit voller Stundenzahl, ebenso der letztere im Sommer, im Winter dagegen nur mit 14 Stunden. Aufser diesen trat als wissenschaftlicher Hilfslehrer Herr Dr. Ankel im Sommersemester für den verstorbenen Herrn Oberlehrer Gottwerth ein, für den beurlaubten Herrn Oberlehrer Rothamel im Sommer Herr Angersbach, im Winter Dr. Knieſs.
Die durch den Tod unseres lieben Kollegen Gottwerth entstandene Lücke wurde durch die Ver- setzung des Herrn Dr. Türk von der Elisabethenschule an unsere Anstalt ausgefüllt. Er berichtet über seinen Lebensgang das Folgende:.
„Ich bin geboren am 20. November 1843 zu Barop bei Dortmund, wo mein Vater Berg- werksdirektor war. Ich besuchte das Gymnasium in Dortmund, studierte in Berlin und Bonn Theologie und Philologie. Ich bestand beide theologische Staatsexamina(pro lic. concionandi und pro minist.), promovierte und machte das Examen pro facultate docendi in Bonn. Ich war abwechselnd im Kirchendienst und als Lehrer beschäftigt, bis ich mich endgültig dem Lehrfache zuwandte. Meine Lehrthätigkeit war eine vielfach wechselnde. Ich hatte eine Privatschule in Kirchhoerde bei Dort- mund, war eine Zeitlang an einem Realgymnasium in Bonn, Hauslehrer in Essen, einige Jahre gleichzeitig an verschiedenen höheren Privatschulen in Hamburg thätig, Lehrer an der höheren Mädchenschule in Mannheim, Direktor der höheren Mädchenschule zu Hamm in Westfalen; seit 1877 bin ich im Frankfurter Schuldienst angestellt und wirkte bisher an der Elisabethenschule.


