Werl bar 75158 Programm b Univ.- Bid.
Giessen
Das Relativitãtsprinzip in elementarer
Behandlung.
Ergänzung zu demselben Gegenstande im Jahresberichte von 1913.
Von Prof. A. L. Angersbach.
Einleitung.
Die vorliegende Arbeit will die einzelnen Staffeln der Ableitung der Umformungsgleichungen deutlicher hervortreten lassen. Sie will zeigen, wie der im ruhenden System befindliche Beobach- ter K durch drei Umstände genötigt wird, seine„natürliche“ Auffassung von der„Länge“ eines in der Längsrichtung gleichförmig bewegten Stabes und von dem„Oange“ der dem Stabe mit-
gegebenen, an den beiden Enden desselben aufgestellten Uhren abzuändern. Drei Schwierigkeiten erwachsen dem im ruhenden System befindlichen Physiker K,
der den im bewegten System auf den Zweigen AB und AC von einem mitbewegten Physiker Q
ausgeführten Michelsonschen Versuch verfolgt hat: 1. Eine Abweichung der Angabe einer an der Stelle C des querbewegten Zweiges AC
befindlichen r-Uhr— bzw. eine Abweichung der Angabe einer an der Stelle A des in der Längs- richtung bewegten Zweiges AB befindlichen r-Uhr— von der Angabe einer t-Uhr.
Sie führt zu dem ersten Satze, daß eine von einer„ruhenden“ Uhr sich mit gleichmäßiger Geschwindig-
keit geradlinig entfernende Uhr um einen bestimmten Betrag gegen jene nachgeht. 2. Der Umstand, daß die beiden im bewegten System von A aus gehenden Lichtsignale zu den Wegen ACA und ABA die nämliche r-Zeit erfordern.
Er führt zu dem zweiten Satze, daß ein mit gleichäßiger Geschwindigkeit sich in der Langs.
richtung fortbewegender Stab für den im ruhenden System befindlichen Beobachter eine bestimmte Verkürzung erleidet. 3. Eine Abweichung zwischen der Angabe der r-Uhr in B für das Eintreffen des Licht- signals in B und der vom Beobachter K auf Grund des 1. und 2. Satzes erwarteten--Zeit.
Sie führt zu dem dritten Satze, daß für den ruhenden Beobachter K die an der Spitze B des bewegten
Stabes AB befindliche Uhr gegenüber der am hinteren Ende A befindlichen Uhr um einen bestimmten Betrag nachgeht, oder daß ein in der Längsrichtung bewegter Stab, der beim Beginne der Bewegung eine Drehung um die Längsachse besaß, eine Torsion erleidet.
Mit der Gewinnung des letzten Satzes sind unmittelbar die Umformungsgieichungen
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