Aufsatz 
Über den naturwissenschaftlichen Unterricht an Gymnasien / von Gies
Entstehung
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Wie in den früheren Jahren wurde die Verwaltung der Bibliothek und die Aufſicht über den geo⸗ graphiſchen Apparat von dem Unterzeichneten, die Aufſicht über das phyſicaliſche Cabinet, die Naturalien⸗ ſammlung und die ſonſtigen naturwiſſenſchaftlichen Lehrmittel von dem Gymnaſiallehrer Dr. Gies geführt.

5. Stipendien und Beneſicien.

Das Staatsſtipendium im Geſammtbetrage von 75 Gulden wurde zu je 25 Gulden dem Ober⸗ primaner Joſeph Lammeyer und den Unterprimanern Joſeph Kreß und Martin Scheling, das Och'ſche Stipendium im Geſammtbetrage von 90 Gulden zu je 10 Gulden dem Unterſecundaner Va⸗ lentin Werner, den Obertertianern Joſeph Deſchauer, Conſtantin Güth und Heinrich Neuß, den Untertertianern Johann Böſchen, Gabriel Gensler, Johann Korn und Joſeph Medler und dem Quartaner Alcuin Blum, das Haberſack'ſche Stipendium im Geſammtbetrage von 24 Gulden zu je 12 Gulden den Unterprimanern Ferdinand Claus und Johann Modeſt, das Wehner' ſche Stipendium im Geſammtbetrage von 24 Gulden zu je 12 Gulden dem Unterprimaner Konrad Müller und dem Oberſecundaner Julius Enders zuerkannt.

Durch die Gnade Kurfürſtlichen Miniſteriums erfreuten ſich 10 dürftige und würdige Schüler der Wohlthat des freien Unterrichts und 21 anderen wurde von der Verwaltungscommiſſion das Schulgeld er⸗ laſſen. Außerdem wurden den dürftigen Schülern die erforderlichen Schulbücher aus der zu dieſem Zwecke beſtimmten Bibliothek des Gymnaſiums geliehen. Für die Menſchenfreundlichkeit, mit welcher viele Ein⸗ wohner hieſiger Stadt auch in dem verfloſſenen Jahre durch Freitiſche und auf ſonſtige Weiſe die ärmeren Schüler unterſtützten, iſt das Gymnaſium denſelben zum wärmſten Danke verpflichtet.

Die von den Herren Domdechant Hohmann, Rentmeiſter Kriſch, Hofapotheker Rullmann, Inſpector Wendel und Medicinalrath Dr. Wiegand auch im letzten Herbſt wieder im Kreiſe wohlthätiger Freunde des Gymnaſiums zum Beſten unbemittelter und würdiger Zöglinge desſelben veranſtaltete Samm⸗ lung lieferte einen ſo reichlichen Ertrag, daß davon die Summe von 70 Gulden ſogleich zur Unterſtützung von 5 hoffnungsvollen Schülern(einem Oberſecundaner, zwei Unterſecundanern und einem Untertertianer mit je 15 und einem Oberſecundaner mit 10 Gulden) verwendet und überdies die im Herbſt 1852 begrün⸗ deteWohlthäterſtiftung für dürftige und würdige Schüler des Gymnaſiums zu Fulda um 31 Gulden 24 Kreuzer vermehrt werden konnte. Dadurch und durch Hinzufügung der Zinſen iſt der Capitalfonds dotr Stiftung, welcher zu Oſtern v. J. 383 fl. 45 kr. 2 hlr. betrug, auf die Summe von 425 fl. 57 kr.

1 hlr. angewachſen, von welcher 175 fl. bei Kurheſſiſcher Lenbesensdittaſſe zu 4 Procent, 250 fl. 57 kr. 1 hl. aber bei hieſiger Sparkaſſe zu Procent angelegt ſind.

Der Unterzeichnete fühlt ſich gedrungen den hochgeehrten Herren, welche dieſes ſchöne Werk wahrer Menſchenliebe angeregt und geleitet, ſowie allen den edlen Freunden des Gymnaſiums, welche in hieſiger Stadt und auswärts ſich ſo wohlwollend an demſelben betheiligt haben, im Namen der Anſtalt den innigſten Dank auch öffentlich auszuſprechen. Je mehr das Lehrercollegium es als ſeine Pflicht betrachtet nur wahr⸗ haft empfehlenswerthen Schülern die ſo gütig gewährte Unterſtützung zuzuwenden, um ſo mehr iſt mit Zu⸗ verſicht zu hoffen, daß dieſelben allezeit ſich durch ſittliche und wiſſenſchaftliche Tüchtigkeit der empfangenen Wohlthaten würdig erweiſen und dadurch den wohlwollenden Begründern und Förderern des ſegensreichen Unternehmens die lohnendſte Freude bereiten werden.