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die Vereinigung beider Abtheilungen wurde der gemiſchte Chor gebildet. Nach Bedürfniß wurden von Zeit zu Zeit die Stunden der Selecta dazu verwendet mit den katholiſchen Schülern die für den Gymnaſial⸗ gottesdienſt beſtimmten Choralmelodieen des Geſangbuches von Dronke und Henkel einzuüben. Geſang⸗ lehrer Henkel.
2. Zeichnen. a) Sexta. Geometriſches und perſpectiviſches Zeichnen gerad⸗ und krummliniger Körper und Zeichnen geſchwungener Linien, nach Vorzeichnungen an der Tafel. 2 St. b) Quinta. Zeichnen nach Vorlagen; Anleitung zum Schattiren für die Geübteren. 2 St. c) Quarta. Dieſelben Uebungen wie in Quinta und Zeichnen maleriſch ſchattirter Gegenſtände, nach Vorlagen. 1 St. d) Selecta, an welcher nach freiem Willen 39 Schüler der oberen Claſſen theilnahmen. Vollſtändige Aus⸗ führung von menſchlichen Geſtalten, Thieren, Landſchaften, Architecturanſichten ꝛc. in Bleiſtift, Kreide und Tuſche, nach Vorlagen. 2 St. Zeichenlehrer Binder.
3. Schönſchreiben. a) Sexta. Uebungen in der deutſchen und lateiniſchen Schrift, anfangs ſo, daß der Lehrer an der Tafel vorſchrieb, ſpäter nach Vorlagen. 4 St. b) Quinta. Uebungen in der deutſchen, lateiniſchen und griechiſchen Schrift nach Vorlagen. 2 St. c) Quarta. Fortſetzung dieſer Uebungen, theils nach Vorlagen, theils nach Dictaten. 2 St. Schreiblehrer Jeßler.
4. Körperliche Uebungen. Die Turnübungen, welche durch Beſchluß Kurfürſtlichen Miniſteriums vom 14. Januar 1858 auch für die oberen Claſſen obligatoriſch geworden ſind, inſofern nicht einzelne Schüler auf den begründeten Wunſch ihrer Eltern von dem Director Dispenſation erhalten, wurden auch in dem verfloſſenen Schuljahre von dem Zeichenlehrer Binder in derſelben Weiſe wie früher geleitet. Eine weſentliche Förderung erhielten dieſelben dadurch, daß bald nach Beginn des Sommerſemeſters der neue, dicht an das Gymnaſialgebäude ſtoßende Turn⸗ und Spielplatz, über deſſen Erwerb bereits in dem vorigen Programm mit gebührendem Danke für die Umſicht und Unermüdlichkeit, mit welcher der Herr Verwaltungscommiſſar Regierungsrath von Biſchoffshauſen die Verhandlungen leitete, berichtet worden iſt, in ſeiner Herſtellung und Einrichtung ſoweit gediehen war, daß er der Benutzung übergeben werden konnte. Derſelbe iſt ſo geräumig, daß er für jede Art der Uebungen und zugleich auch für die Spiele der Schüler aufs vollſtändigſte ausreicht, alſo ein zwiefaches, lange gefühltes Bedürfniß des Gymnaſiums in der erwünſchteſten Weiſe befriedigt. Wenn die wohlwollende Fürſorge, mit welcher Kurfürſtliches Mini⸗ ſterium den Ankauf dieſes Platzes und die Mittel zur Einrichtung deſſelben bewilligte, uns mit dem ehrerbie⸗ tigſten Danke erfüllt, ſo darf ich andrerſeits auch nicht verſäumen das große und bleibende Verdienſt her⸗ vorzuheben, welches ſich Herr Gymnaſialdirector Schwartz durch die Anregung, unermüdliche Förderung und glückliche Durchführung dieſer Angelegenheit um das Gymnaſium erworben hat. Während des Som⸗ mers waren die Schüler für die Turnübungen, vor deren Beginn jedesmal etwa eine Viertelſtunde unter der Anleitung des Unterprimaners Juſtus Schneider auf Einübung vaterländiſcher Lieder verwendet wurde, wie früher in zwei Abtheilungen geſondert, von denen die erſte die Schüler der Prima, Secunda und Tertia, die zweite die Schüler der Quarta, Quinta und Sexta umfaßte und jede wöchentlich zweimal Turnſtunde hatte. Im Winter mußten die Schüler aus Rückſicht auf den beſchränkten Raum der Turn⸗ halle nach Claſſen getrennt werden, ſo daß trotz der Vermehrung der Stunden von vier auf ſechs doch jede Claſſe wöchentlich nur einmal zum Turnen kam. Eine Beſeitigung dieſes Uebelſtandes läßt ſich aber für die Zukunft um ſo eher hoffen, da der neue Turnplatz, ohne dadurch zu ſehr beengt zu werden, hinreichenden Raum auch zur Errichtung einer größeren Turnhalle darbietet. Dispenſirt von den Turnübungen waren im Sommer 14, im Winter 25 Schüler.


