Aufsatz 
Die sommerlichen Regengebiete in West- und Mitteleuropa
Entstehung
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Anzahl kleinerer Depressionen. Das sanze System rückt dann östlich und breitet dadurch das Regengebiet über ganz Deutschland aus.

Bei den Gebieten R 14. VIII. und D 16. IX. ist die Verteilung des Luftdrucks eine andere. Das Hoch liegt nördlicher(Nitteldeutschland, England). Außer den ozeanischen Tiefdruckgebieten liegen starke Depressionen in Lappland und Finnland. Diese Wetterlage gestattet keinen ungestörten Zug der Teilminima durch Deutschland, da die Unterstützung des Zuges von den ozeanischen Haupt-Depressionen aus durch die nördlicher gelegenen Hochs abgehalten wird. Im Regengebiet F 5. V. haben wir den seltenen Fall, daß das Hauptminimum vom Nittelmeer vordringt und überwiegenden Einfluß gewinnt.

Wir können danach sagen: Liegt beim Erscheinen eines Regengebietes in Frank- reich am Morgen des ersten Regentages ein Hoch über Frankreich, dagegen über dem Mittelmeer, nördlich und westlich von den britischen Inseln Minima und trennen diese Minima bis zum Morgen des 2. Regentages das Hoch nach SW hin ab, Sso ist zu erwarten, daß das Regengebiet ganz Deutschland überzieht.

Ist die Wetterlage eine andere, liegt insbesondere das Hoch nördlicher, so ist kein Überziehen von ganz Deutschland zu erwarten, das Regengebiet bleibt vielmehr klein und zieht, je nach der Lage des Hochs, durch das nördlichere oder südlichere Deutschland.

Die in Frankreich einbrechenden Gebiete sind dadurch charakterisiert, daß sie am 1. Tage wenig ausgebreitete, aber starke Niederschläge geben, die mit Ausnahme von 0 6. VIII., das überhaupt den Kanalgebieten ähnelt, stets über und meistens sogar weit über dem Durchschnitt liegen. Die durchschnittliche Dichte ist 8,5 mm gegen 4,0 mm für alle kleinen(0 3⁰) westlichen Gebiete.

Wegen ihrer geringen Ausdehnung ist es mehr oder weniger Zufall, wenn sie gleich am ersten Tage in den täglichen Wetterkarten der Seewarte oder den anderen Wetterkarten zu erkennen sind. Daß aber ihre sofortige Feststellung wegen der Sicherheit, mit der sie Deutschland Regen, und zwar meistens nach 2 Tagen bringen, äußerst wichtig ist, zeigen die Prognosen der Seewarte, die jedesmal am Morgen des ersten Messungs- oder des zweiten Regentages aufgestellt sind. In allen 8 Fällen ist das Auftreten eines neuen Regen- gebietes nicht erkannt, sondern es ist für ganz Deutschland trockenes Wetter in Aussicht gestellt. Die einige Male angekündigte Neigung zu Gewittern hat mit den französischen Gebieten nichts zu tun.

Es ist deshalb als äußerst wünschenswert und notwendig zu bezeichnen, daß in das französische Wettertelegramm eine Meldung über Auftreten von Regengebieten mit Angabe von Größe und Regendichte aufgenommen wird.

Schluß.

Die Untersuchungen der vorliegenden Arbeit erstrecken sich nur über ein Jahr und die gewonnenen Ergebnisse haben demgemäß nur eine sehr beschränkte Gültigkeit. Trotz- dem läßt sich aber wohl schon aus ihnen erkennen, daß ein näheres Studium der Regen- gebiete für unsere Kenntnis von den Depressionen und für die Prognose vom größten Nutzen sein kann. Die Forderung, die für die Erweiterung des französischen Wettertelegramms aufgestellt ist, ist dazu auf das englische auszudehnen.