Hat das Hoch dagegen eine östliche oder südöstliche Zugrichtung, so ist zu erwarten, daß das Regengebiet sich über ganz Deutschland ausbreitet..
Liegt das Hoch nördlicher, etwa in Irland, und zieht es östlich oder südöstlich, so bilden sich sekundäre Regengebiete, die in einigen Teilen Deutschlands geringe Nieder- schläge liefern. Zieht das Hoch dagegen nach NE, so gelangt das Regengebiet nicht nach Deutschland.
2. Die irischen Gebiete.
Von den ô irischen Gebieten läaßt keines Deutschland unberührt. 3 bringen allen Teilen Regen(E 13. VII., N 1. VIII., S 16. VIII.), 3 durchziehen Norddeutschland und meiden Süddeutschland(H 23. VII., P 38. VIII., U 20. VIII.) 4
Bei der Vergleichung der Wetterlagen erkennen wir zwei Typen.
I. Typus. 2 Fälle(P 3. VIII., U 30. VIII.) Die Wetterlage unterscheidet sich vom Typus I der schottischen Gebiete nur durch etwas südlichere Lage des Ganzen. Ein Hoch- druckgebiet liegt über Spanien und Frankreich und reicht mit einer schmalen Zunge bis in das östliche Mitteldeutschland. Auf dem Ozean rückt von SW ein Minimum auf Irland zu, einem Vorgänger folgend, der am Morgen des 1. Regentages auf der Nordsee liegt. Das Hoch zieht im Laufe des Tages langsam nach NE, behält aber seine Verbindung mit einem spanischen Maximum. In beiden Fällen zieht die Hauptmasse des Regengebietes über die Nordsee und sondert Teile ab, die Norddeutschland durchzięhen.
II. Typus. 2 Fälle(E 13. VII., S. 16. VIII.) Ein Streifen höheren Druckes erstreckt sich von Spanien bis in den nordöstlichen Atlantischen Ozean mit einem Sattel über der Nordsee bezw. England. Auf dem Ozean rückt von W her ein Minimum auf Irland zu. das mit Ausläufern das Regenwetter einleitet. Bei N 1. VIII. fehlt der nördliche Teil des Hochdruckstreifens, im Ubrigen ist die Wetterlage dem Typus II nahe verwandt. In allen 3 Fällen überzieht das Regengebiet ganz Deutschland. Wetterlage bei H 23. VII. steht zwischen beiden Typen.
Wir können danach sagen: Tritt ein Regengebiet in Irland ein und herrscht die Wetterlage des I. Typus, bleibt insbesondere die Zunge höheren Druckes in Verbindung mit dem Kern, so ist zu erwarten, daß die Teilminima dieselbe nicht durchdringen, sondern daß sie an ihr entlang gleiten und nur Norddeutschland Regengebiete bringen.
Herrscht die Wetterlage des II. Typus, bleibt insbesondere der südliche Teil des Hochdruckstreifens stationär, so ist zu erwarten, daß die Teilminima in anticyklonaler Be- wegung um ihn herumwandern und das Regengebiet über ganz Deutschland ausbreiten. Das nördliche Hoch bleibt dabei ohne wesentlichen Einfluß.
3. Die Kanalgebiete.
Uber dem Kanal, d. h. in Frankreich und in England gleichzeitig, treten 6 Regen- gebiete auf. Von diesen bringen 4 allen Gegenden Deutschlands Regen(E 3. VI., I. 27. VI., W 24. VIII., V/ 5. IX.), die beiden anderen durchziehen nur Teile. B 23. V. zersplittert sich, H 15. VI. bleibt im Süden.
Bei der Vergleichung der Wetterlagen erkennen wir vollständige Ubereinstimmung in 4 Fällen.(E 3. VI., W 24. VIII., Y“ 5. IX., B 28. V.). Ein zentrales Hochdruckgebiet lagert am Morgen des 1. Regentages über dem Festlande mit seinem Kern in Deutsch- land und wandert langsam östlich. Auf dem Ozean kommt von SW her eine(Selbst- ständige) Depression über Biskaya herangezogen.


