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das Regengebiet II. Ordnung wandert vollkommen selbständig. Diesen Vorgang der Bildung sekundärer Gebiete können wir verschiedene Male auf der Nordsee beobachten, wo sich von größeren nordwestlichen Gebieten Teile abschnüren und dann selbständig weiter zichen, oder sich aber ohne erkennbaren Zusammenhang mit dem Hauptgebiet völlig neu bilden. Dazu gehören u. a. die Gebiete des Typus II der nordwestlichen Regengebiete (S. Seite 36). Als sekundäre Gebiete sind auch einige der in Frankreich über Biskaya ein- tretenden anzusehen.
Daß ein TM vom HM aus über eine regenfreie Zone hinüberwandert, läßt sich verschiedene Mal beobachten.(z. B. 5. VII. In diesem Falle wird die regenfreie Zone ge- schaffen durch Ausläufer eines südwestlichen H, die über die südliche Nord- und Ostsee ziehen). Es wandert sogar über ganze breite regenfreie Streifen zu einem anderen Regen- gebiet, um dort das Regenwetter fortzusetzen. Es ist danach auch die Regenergiebigkeit eines TM außerordentlich abhängig von den Verhältnissen, die es auf seiner Bahn antrifft.
In den rückwärtigen(für gewöhnlich südwestl.) Ausläufern haben die TM eine langsamere Bewegung und bringen häufig längere Regenperioden hervor. Sie kommen besonders in Betracht für Deutschland, wenn sie von einem finnischen HM ausgehen.
Daß ein selbständiges Minimum weiterzieht, ohne auf seiner Bahn Ausläufer voraus- gesandt zu haben, kommt in der Regel weder bei den großen HM noch bei den kleineren sekundären Depressionen vor. Allerdings sind diese Ausläufer meist schwächer als die anderen, da ihnen die Zeit zur Entwicklung fehlt. Dementsprechend wird in der Regel das Regenwetter auch in den Gebieten, die von einem Hauptminimum getragen werden, durch vorausgesandte Teildepressionen eingeleitet.
Daß sich von sekundären Depressionen aus Ausläufer nach dem HNMI erstrecken, ist nicht beobachtet. Ebensowenig ist vorgekommen, daß sekundäre Regengebiete wieder nach dem Regengebiet des HM zurückgezogen sind. Daß ein HI mit Regengebiet die Regengebiete seiner Vorläufer einholt und das Regenwetter in ihnen fortsetzt, ist häufig festgestellt.
b) Regengebiete und barometrische Maxima.
Mit der anticyklonalen Luftbewegung um ein Hochdruckgebiet ist zumeist verbunden eine anticyklonale Wanderung sämtlicher Witterungselemente, die sich in seinem Bereiche befinden. Diesem Einfluß der Hochdruckgebiete auf die Depressionen folgen die von diesen abhängigen Regengebiete und wandern anticyklonal um starke Hochdruckgebiete.
Dies gilt einmal für Regengebiete, die von einem HNM getragen werden. Ein deut- liches Beispiel dafür bietet uns das Gebiet K 18. VI. Eine Vergleichung der Kurven von H. HM und RG(S. Fig. 0) zeigt uns, wie das RG der anticyklonalen Bewegung des HNM um das H ohne Weiteres folgt. Besonders wichtig ist diese Tatsache für die Fälle, in denen ein H im Norden mit östlicher Richtung vorüberzieht. Die Komponenten, welche die Bewegung des Regengebietes bestimmen, heben sich dabei auf und das Gebiet bleibt ruhig liegen und bringt auf diese Weise eine längere Regenperiode.
Für die Regengebiete, deren Zug durch Teildepressionen bestimmt ist, ist die Ab- hängigkeit von Hochdruckgebieten noch größer. Je weiter sich in einem Ausläufer die sekundären Depressionen vom HM entfernen, um so mehr nähern sie sich meistens einem H. Sie werden in dessen anticyklonalen Wirbel gerissen und wandern nun, losgelöst von


