Aufsatz 
Das Kloster Fulda im Karolinger Zeitalter : 2. Buch, 2. Abteilung. Das Grabfeld
Entstehung
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ſonſtige Irrungen vielfältig vorkommen. So ſetzt auch Eberhard 5, 64. Lutrahu in den Saalgau; daſſelbe lag, wie nachgewieſen, im Grabfeld. Sollte etwa dies verſchrieben ſein für Hlurahu, Nieder⸗ lauer im Saalgau? Dieſe drei Urkunden enthalten Schenkungen mit folgenden übereinſtimmenden Formeln: traditum in perpetuum esse volumus hoec est in Fliedinero marcu et villa Swabriod) (Schweben) et in pago Salagove id est terris silvis etc. Von zwei andern darauf folgenden) enthält die eine(240) gar keine Gau⸗ namen und die zweite ſagt: in Flidinero marcu et in pago Sala- gewe. Abgeſehen davon, daß die Urkunde 240 dadurch ſchon verdäch⸗ tig wird, daß ſie„villa Fliedinu, in loco qui dicitur Suwabareod“ ſetzt, während doch Schweben in der Gemarkung von Flieden liegt, iſt es übrigens in den vier andern Urkunden, worin der Saal⸗ gau erwähnt wird, weder ſachlich noch grammatiſch irgend wie geboten, Flieden darnach in den Saalgau zu ſetzen. Die Schenkungsurkunden enthalten eben den ganzen Beſitz jener Leute, den ſie in der Mark von Flieden und in dem Dorfe Schweben und im Saalgau haben; es iſt dies um ſo einfacher, als die Gemarkung von Flieden, wozu denn doch das urkundlich im Grabfeld liegende Lauchendorf gehört, unmittelbar auf den Höhen an den Saalgau ſtieß, alſo die Beſitzungen gar nicht einmal weit von einander zu liegen brauchten und dennoch die einen im Saalgau, die andern im Grabfelde liegen konnten. Wir halten darnach die Höhe des Diſtelraſens, wo in ähnlicher Weiſe, wie die letzten Ausläufer dreier Gebirgszüge, der Rhön, des Speſſarts und des Vogelsgebirges ſich berühren, die Grenzen dreier Gaue, des Saalgau's, der Wetterau und des Grabfeldes auf einander ſtoßen, für begründet. Die Abweichung, die an dieſem Punkte die Wench'ſche Karte bringt, ſtützt ſich darauf, daß das Gebiet des Klo⸗ ſters Schlüchtern, als zur Diöceſe Würzburg gehörig, zum Saalgau gerechnet wird; die ganze geographiſche Lage des Orts recht⸗ fertigt aber die Zugehörigkeit zur Wetterau,¹) zumal erſt am Ende des 10. Jahrhunderts vom Kaiſer Otto III. das monasterium Solitariense(993)*) an das Hochſtift Würzburg kam.

Wir ſchreiten nunmehr über die Waſſerſcheide des Vogelsgebirges hin weiter an der Grenze des Grabfeldes und der Wetteraubis zum

¹) Dronke gibt, offenbar durch Schreib⸗ oder Druckfehler, Schwebert an.

²) Dronke, nr. 240 und 241.

3) Rommel, Geſchichte von Heſſen, I., Anm. S. 284. Note 214.

*) Rudhart, S. 445 giebt irrig an„von den älteſten Zeiten“, abermals ein Beweis, mit welcher Vorſicht die Uebereinſtimmung von Diöceſen und Gaugrenzen zu behaupten iſt.