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IV. Kapitel.
Die Widerſprüche in der Odylfee.
Da Odyſſeus an vielen Stellen in ſeiner durch Alter und Strapazen etwas veränderten, aber natürlichen Geſtalt auftritt, ſo wird er von verſchiedenen Perſonen erkannt, ſelbſt unter der un⸗ ſcheinbaren Hülle des Bettlers. Der alte treue Hund Argos erkennt ſofort ſeinen Herrn wieder, ebenſo wie Eurykleia, Eumäus und Philötius an der Narbe, die ihm der Eber geſchlagen hatte, ſo auch der alte Laertes. Eurykleia wie Penelope betonen ausdrücklich die Ähnlichkeit des Bettlers mit Odyſſeus, von dem jene nur das Geheimnis des ehelichen Lagers gelöſt haben will¹). Es kann alſo gar keine Verwandlung desſelben in den alten, ſchäbigen, glatzköpfigen Bettler des XIII. Buches ſtattgefunden haben. Dies iſt umſomehr anzunehmen, da dieſer verwandelte Odyſſeus nach XIII. 429 mit durchlöchertem Ranzen, Hirſchfell, einer Glatze und zuſammen— geſchrumpfter Haut ſowie trüben Augen ausgerüſtet wird, die er nicht einmal durchweg beibehält. Den Ranzen hat er nur XVII. 197, 411 f., 357, 466, und XVIII. 108, dann verſchwindet er gänzlich, während das Hirſchfell nirgends mehr erwähnt wird. Dazu kommt der Gegenſatz im Auftreten Penelopes. Sie erſinnt Liſten, um den Bewerbungen der Freier zu entgehen, wie die mit dem Totengewande für Laertes, weil ſie auf die Rückkehr ihres Gatten hofft). Sie fragt jeden Bettler und Fremden aus, wird jedoch oft getäuſcht und trauert dann um ſo mehr ⁵). Es iſt ſomit unwahrſcheinlich, daß ſie unter den Freiern den Amphinomus beſonders geſchätzt haben
¹) Vergl. XVII. 291 f., XIX. 467 f., XXIV. 327 f., XIX. 358 f., 380 f.
2) I. 413 f., II. 121 f., XIX. 136 f. oi OE„Aνιοωννσσσκόοινναν, ⁵ιν d 0640 rOAαενο.
3) XIV. 379, J. 415, XVII. 100 f., XIX. 512 f.


