Aufsatz 
Der ursprüngliche und echte Schluß der Odyssee Homers / von Professor Dr. Ludwig Adam
Entstehung
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Eine andere Peripetie betrifft den Agamemnon. Zeus hatte dieſem den verderblichen Traumgott geſandt, deſſen Verheißung ſein Herz mit Siegeszuverſicht erfüllte¹); aber, ſagt der Dichter, die Hoffnung, Ilion an dieſem Tage zu nehmen, ſollte ſich nicht erfüllen. Dann fährt er alſo fort:

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Zu dieſer Stelle bemerkt Euſtathius?): örν ννο¶qõᴵnp u*ο 6vν A⁴ον dvrαꝓνρν ν viiος εέν τοννμι Sονeuoauvyd ) uu) voouyron ads. Er habe, ſagt er, die Botſchaft des Zeus nicht in ihrer richtigen Bedeutung erkannt, und die Worte»dy&20 von demſelben Tage verſtanden, und fügt hinzu: airo μα ds̈οο &nralνeν, ρανσνxõ auid, rarνο⁵,dg efevodele roAeενραα. Auf dieſe Ausführungen iſt weniger Wert zu legen, weil der Dichter nur andeuten will, daß in Agamemnons Geſchick durch ſein gewalttätiges Verfahren gegen Achill ein Umſchwung eintreten werde, was freilich erſt im XI. u. XII. B. geſchieht, da die Handlung durch eingelegte Epiſoden unterbrochen wird.

Aber auch dieſe enthalten eine ueraßo⁴, roνν ραᷣαrouνeννιωυν els εναντενον, ſowohl der Vertragsbruch, wie der Meineid. des Ares und die Verführerin des Paris, Aphrodite, werden beſtraft). Durch das VIII. B. werden die Ae(ral des IX. vorbereitet. Aber die Gu Achills bewirkt, daß ſein Geſchick dem Meleagers ähnlich wird. und er ſich ſchließlich genötigt ſieht, ohne Geſchenke in den Kampf einzugreifen, indem er ſeinen beſten Freund zur Abwehr der Feinde ins Feld ſendet).

Selbſt in kleineren Scenen findet ſich derſelbe Umſchwung der Verhältniſſe. So bereitet Andromache in der Hoffnung auf die Rückkehr ihres Gatten dieſem ein Bad; aber die ſtille Sehnſucht der vi, ſchlägt in herbes Herzeleid um⁵). Tros, der Sohn Alaſtors, hofft auf das Erbarmen Achills, aber er täuſcht ſich und

¹) II. 16 ff. 2) 168, 40 f. und 188, 37 f. Schol. II. II. 38 B. u. Townl. 3) Vergl. Adam a. a. O. S. 106 ff. 4) Ariſtoteles bezeichnet das Verhalten des ſtarrſinnigen Achill als durchaus edel, Poet. 15, 8. 5) II. XXII. 445 f. Euſtath. 1279, 9; Schol. A. u. Townl. 3*