III. Mathematische Arbeit: 3
1. Die verschiedenen Auflösungsarten der Gleichungen des ersten Grades mit zwei Unbekannten sol- len an der Aufgabe
ax+† by= e, an X. b y= G nachgewiesen werden(Arithmetik).
2. Von einem rechtwinkeligen Dreiecke sind gegeben: eine Kathete b und die Differenz d zwischen der Hypotenuse a und der anderen Kathete c. Es sollen die Seiten a und c zuerst durch Rechnung und hierauf durch Construction bestimmt werden(Planimetrie).
3. Die Tangenten der drei Winkel eines Dreiecks verhalten sich wie 1: 2: 3(= m: n: p), diese Winkel zu bestimmen(Trigonometrie).
4. Zu beweisen, dass der Winkel, welchen eine gegen eine Ebene geneigte Ini mit ihrer Projec- tion einschliesst, kleiner ist als jeder andere Winkel, den sie mit einem beliebigen aus dem Fusspunkte in der Ebene gezogenen Strahle bildet(Stereometrie).
Im Wintersemester: I. Deutscher Aufsatz: Auf welchen Vorzügen beruht der Werth von Schiller's „Wilhelm Tell“?
II. Lateinischer Aufsatz: Senatum qui ex regibus constare dixit, unus veram
speciem Romani senatus cepit.(Liv.).
III. Mathematische Arbeit:
1. Wie gross ist die Summe der unendlichen Reihe 8— 6 x+ X2+ 8 X— 6+† X+† 8 XG O 6 X7+ XS †... unter der Voraussetzung, dass x ein echter Bruch ist?(Arithm.)
2. Ueber einer gegebenen geraden Linie ein Parallelogramm zu verzeichnen, welches zwei gegebenen
Parallelogrammen inhaltsgleich ist.(Planim.) 3. Von einem Dreiecke sind gegeben zwei Seiten a und b, und der Gegenwinkel A einer derselben. Die übrigen Stücke zu bestimmen und aus der sich ergebenden Formel abauleiten, in welchem Falle das
Dreieck bestimmt, und wann dasselbe zweifelhaft ist.(Trigon.) 4. Welchen Theil der Erdoberfläche kann man von einer Hõhe h aus übersehen, vorausgesetzt, dass
h und der Erdhalbmesser r durch dieselbe Masseinheit ausgedrückt sind? Welchen Theil der Erde würde man demnach vom Monde aus übersehen, wenn die Entfernung desselben von der Erde gleich sechzig Erd-
halbmessern ist?(Stereom.). Im Sommersemester unterzog sich der Premierlieutenant a. D. Otto Dziobek
als Extraneer der Maturitätsprüfung und zwar der schriftlichen in Verbindung mit den oben genannten drei Abiturienten, der mündlichen am 20. August, ebenfalls unter dem Vorsitze des Herrn Provinzial-Schulraths Dr. Rump el. Das Thema des deutschen Auf- satzes lautete: Wie erklärt sich die grosse Wirkung des Drama's„Minna von Barn-
helm“?, das des lateinischen Aufsatzes: Quibus virtutibus populus Romanus maxime
insignis fucrit; die übrigen Prüfungsarbeiten waren die der Abiturienten. Dem ge-
nannten Extraneer, welcher Philosophie in Leipzig zu studiren beabsichtigte, wurde
das Zeugniss der Reife zuerkannt.


