Aufsatz 
Zur Methode des französischen Unterrichts / von Kühn
Entstehung
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Die Anschauung wird sehr zweckmäſsig durch Abbildungen und der Unterricht durch Questionnaires unterstützt.

VI. Die Lesestücke werden mündlich und schriftlich so verarbeitet, dals sie sprachlich vollständiges Eigentum der Schüler sind. Sprechübungen schlieſsen sich an dieselben an; auch finden die Stücke beim Extemporale passende Verwendung.

VII. Die in den Lesestücken vorkommenden Formen und Gesetze, ebenso die dem Fran- zösischen eigentümlichen Ausdrücke werden in der Schule mündlich und zu Hause schriftlich geübt, letzteres an zusammenhängenden deutschen Stücken, die an die einzelnen französischen Lesestücke sich sprachlich und am besten auch sachlich anlehnen.

VIII. Auf der Oberstufe tritt Lektüre ganzer Werke an die Stelle des Lesebuchs. Dieselbe bildet ebenfalls den Mittelpunkt des Unterrichts. Sie dient zu Sprechübungen, vorzugsweise zu Extemporalien und zum Aufsatz. Zur Ergänzung der schriftlichen Ubungen eignen sich Ubungs- bücher wie Plötz'Ubungen zur Syntaxw.

IX. Der grammatische Unterricht beschränkt sich auf Mitteilung des Wesentlichen und zwar möglichst mit historischer Erklärung der Formen und Darlegung des den syntaktischen Gesetzen zu Grunde liegenden Prinzips, sodaſs der Schüler das Wie? und das Warum? erkennt. Eine nach diesen Grundsätzen ausgearbeitete, kurze systematische Grammatik wird den Lernenden in die Hand gegeben. Der methodische Gang kann im Lesebuch durch kurze Bemerkungen zu den einzelnen Lesestücken angedeutet werden.

X. Da Lesebuch und Grammatik in der angegebenen Ausarbeitung noch nicht existieren, so ist einstweilen ein gemischtes System zu empfehlen. Die Lautlehre, nach Vietors Anleitung, bildet auch jetzt schon die notwendige Grundlage. Das in den vorhandenen Lehrbüchern gebotene grammatische Material und das Ubersetzen von Einzelsätzen werden möglichst ein- geschränkt. Neben dem Lehrbuch wird von Anfang an das eingeführte Lesebuch benutat. Die Lesestücke werden in der oben(Satz VI) angegebenen Weise behandelt und zwar unter mõög- lichster Anlehnung an den grammatischen Gegenstand. Wo das eingeführte Lesebuch sich für den Anfang nicht eignet, sind Lehmann'Lehr- und Lesebuch der französischen Sprache I. Stufe und Willm'premieres lectures françaises zu empfehlen.

Nachwort.

In den letzten Wochen habe ich mehrfach beim Unterricht, Vietor folgend, Extemporalien gegeben, die aus einer Reihe von deutschen Fragen über einen vorher bezeichneten Abschnitt der Lektüre bestanden; die Schüler beantworteten diese Fragen schriftlich in vollständigen, französischen Sätzen. Ich glaube, daſs diese Art schriftliche UÜbung auf allen Stufen nutzbringend gemacht werden kann. Besonders aber scheint sie mir geeignet zu sein, den UÜbergang zum Aufsatz zu bilden. Wie das Lesestück zu behandeln ist, habe ich oben nur allgemein angedeutet, ohne einen festen Gang zu geben. Eine bestimmte Methode wird sich wohl erst allmählich heraus- bilden. Vielleicht nimmt einer der Herren Kollegen Anlaſs, diese wichtige Frage in einer Fach- zeitschrift zum Gegenstande eingehender Besprechung zu machen.