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4. die Verba sentiendi und declarandi. Bei dieser Klasse, die als komplizierteste an den Schluſs gehört, wird zunächst erklärt, dals der Konjunktiv die Ungewilsheit ausdrückt. Daraus folgt: 1. daſs der Indikativ immer steht, wenn das regierende Verb positive Form und Bedeutung hat; 2. dals zuweilen der Indikativ, gewöhnlich aber der Konjunktiv steht, wenn das regierende Verb fragend, verneint oder bedingend ist(es ist also in jedem Fall zu untersuchen, ob eine Ungewiſsheit vorliegt); 3. daſs der Konjunktiv immer steht, wenn das regierende Verb folgt, weil dann die Handlung des Nebensatzes noch ungewils ist(die Gewiſsheit wird erst durch das nachfolgende Verb gebracht). Die Konjunktionen, welche den Konjunktiv regieren, sind beim Unterricht zu klassifizieren.— Die Lehre vom Artikel ist einzuschränken auf den Gebrauch desselben vor Eigennamen(Lekt. 58) und auf den Teilungsartikel. Für letzteren schlage ich zur Vermeidung der ewigen Verwechselung von einfachem de und de mit dem bestimmten Axrtikel folgende Form vor: Wird ein Gegenstand in unbestimmter Menge oder Zahl angeführt, so wird vor den bestimmten Artikel de gesetzt, wobei selbstverständlich de le in da, de les in des kontrahirt wird. Bloſses de vor dem Substantiv muls immer einen besonderen Grund haben. Es steht 1. wenn ein Adjektiv dem Substantiv vorausgeht; 2. nach Substantiven und Adverbien der Quantität; 3. wenn de mit dem vollen Teilungsartikel zusammentrifft; in letzterem Falle wird der ganze Teilungsartikel durch de verdrängt. Also: ls étaient armés de piqaes; il a besoin d'argent; aber il lai faut de Pargent. ¹))— Alles übrige über den Artikel muls aus der Lektüre und der UÜbung gelernt werden.
Noch zwei Bemerkungen über das Fürwort. In Lekt. 70 No. 8 sind rein äuſserlich die einzig möglichen Verbindungen von Dativ und Accusativ beim Verb(in der tonlosen Form) auf- gezählt; später(Pronoms absolus No. 7) folgt dann eine Bemerkung darüber, was in anderen Fällen zu thun ist. Die Sache nimmt sich viel einfacher aus, wenn man ihr auf den Grund geht und dabei folgende Eigentümlichkeit findet, die man den Lernenden gerade so mitteilt: Nur die Accusative le, la und les nehmen Dative in der tonlosen Form zu sich; sonst muſs die betonte Form stehen, die natürlich sich nicht ans Verb anlehnt, sondern erst später kommt.— In Lekt. 72 No. 4 werden zwei Fälle auseinandergesetzt, in welchen celui-ci und celui-là vor dem Relativum stehen können. Verlorene Mühe! Celui-ci heiſst„dieser“ und celai-là„jener“, damit ist alles gesagt. In einem einzigen Falle, den Plötz übrigens erwähnt hat, ist es anders, nämlich im Satze: celui-là est heureug qui est content. Alles weitere ist überflüssig und darum in der Schule schädlich.
Fort mit der grammatischen Regel in der gegenwärtigen Gestalt, sagte ich oben. Nach den soeben gemachten Auseinandersetzungeu kann ich fortfahren: An ihre(der Regeln) Stelle trete überall das in der Sprache zu Grunde liegende Prinzip. Das verschafft einen wirklichen Einblick in den Bau der fremden wie der eigenen Sprache. Eine Grammatik, welche die Formen- lehre auf historischer Grundlage und die Erscheinungen der Syntax aus ihrem Prinzip behandelte, wie ich es oben besonders an der Wortstellung versucht habe, das alles natürlich in gedrängter Kürze und Schärfe des Ausdrucks, ohne Anspruch auf Vollständigkeit in den Einzelheiten, ein solches Buch würde gegenüber allen existierenden methodischen und systematischen Lehrbüchern einen ungeheueren Fortschritt bedeuten, den nämlich, daſs die erdrückende Masse von Einzelheiten
¹) Die Fälle 2 und 3 fallen eigentlich zusammen: das de rührt in beiden Fällen von dem vorausgehenden Wort(Quantitätsbegriff oder Verbum) her. 3


