Aufsatz 
Zur Methode des französischen Unterrichts / von Kühn
Entstehung
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dem Lateinischen abgeleiteten Partizipien darstellen, während vzendu der Analogie anderer Verba folgt, so kann der Gegenstand nur an Interesse gewinnen. In dieser Weise behandelt, können die unregelmälsigen Verba nicht mehr der Schrecken der Untertertianer sein, wie es bisher gewöhnlich der Fall war. Wenn man die von mir vorgeschlagenen Streichungen für den Schul- unterricht annimmt, so bietet der Rest auch kaum noch zu groſse Schwierigkeit. Was bisher dieses Pensum ungebührlich erschwerte, war das unnütze Vielerlei, der Ballast, der ein Jahr lang mitgeschleppt wurde, um dann doch der Vergessenheit anheimzufallen. Wird neben dem Ubungs- buch das Lesebuch tüchtig beim Unterricht herangezogen und zwar von Quinta an, so sind überdies längst eine sehr grolse Zahl jener unregelmäſsigen Verbalformen in den Lesestücken vorgekommen; der Lehrer hat nach und nach mündlich die häufigsten derartigen Verba geübt und was für die Untertertia noch übrig bleibt, ist leicht zu erledigen. In ähnlicher Weise lälst sich wahr- scheinlich der folgende Abschnitt(Lekt. 24 28) einschränken; doch mufs ich mich bestimmter Vorschläge enthalten.

Die in dem vierten Abschnitt(Lekt. 29 34) behandelte Formenlehre von Substantiv, Adjektiv und Adverb setzt sich aus einer solchen Menge von Einzelheiten zusammen, daſs es auch den begabteren Schülern unmöglich ist, sie alle zu behalten. Einfacher und leichter gestaltet sich die Sache, wenn diese Lektionen beim grammatischen Unterricht ganz übergangen werden, dagegen bei der Lektüre recht oft auf Genus und Plural des Subst. etc. aufmerksam gemacht wird. Die gleichmäſsigen Fälle, welche schon vorgekommen sind, läſst man aufzählen, erwähnt auch hier und da andere Beispiele und achtet darauf, daſs bei den Extemporalien öfters diese Gegenstände vorkommen. Die Femininbildung der Adjektive muls ebenfalls sehr gekürzt werden: die bäufiger vorkommenden Fälle sind schon aus dem Lesebuch bekannt, die übrigen brauchen nicht alle durchgenommen zu werden, da der Schüler sie doch nicht alle behält. Lekt. 35 bis 38, die von dem Zahlwort und der Präposition handeln, können wohl etwas eingehender behandelt werden, aber immer noch mit groſser Einschränkung des in der Schulgrammatik gebotenen Materials. Die Wortstellung ist schon besprochen worden. Wenn man dem von mir entwickelten Prinzip folgt, wird auch die Fragestellung, welche ich oben nicht berührt habe, viel leichter und einfacher werden. Durch das rein empirische, systemlose Nebeneinanderstellen von allen möglichen Einzelheiten wird auch dieser Abschnitt der Schulgrammatik ein Schrecken für die Schüler und trotz der aufgewandten Mühe zeigen sich meist in Prima, wie schon erwähnt, gerade in der Stellung recht groſse Schwächen.

Was den Gebrauch der Zeiten angeht, so ist der des Passé défini und des Imparfait am schwierigsten. Auf die elementarsten Unterschiede kann man schon früh bei der Lektüre

aufmerksam machen. Einige Sicherheit im Gebrauch derselben ist jedenfalls wenn überhaupt erst in Prima zu erreichen. Die in Lekt. 50 aufgezählten vier Klassen von Verben, welche

den Konjunktiv regieren, müssen in anderer Reihenfolge gegeben werden, damit überflüssige Wiederholungen vermieden werden. In diesem Abschnitte tritt besonders die Plötz eigentümliche umständliche Fassung der Regeln nachteilig hervor. Folgende Anordnung der vier Klassen scheint mir die praktischste zu sein: 1. Die Verba des Wollens(Erwähnung der Ausnahme); 2. der Gemütsbewegung(nach den Verben des Färchtens in positiver Form steht ne); 3. die unpersönlichen Verba ¹)(die ausgenommenen werden behandelt wie die Verba der vierten Klasse);

¹) Diese Klasse, welche sich allerdings nicht eigentlich rechtfertigen läſst, habe ich aus praktischen Gründen bèibehalten.