Aufsatz 
Zur Methode des französischen Unterrichts / von Kühn
Entstehung
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man sagt: Im allgemeinen wird in der französischen Flexion der ursprüngliche Laut beibehalten. In der Schrift müssen zuweilen Hilfszeichen eintreten; in anderen Fällen wird der Buchstabe geändert(public pablique). Es wären natürlich diese gleichen Fälle gemeinschaftlich zu behandeln. Wenn dann absolut eine Regel gegeben werden soll, so lautet sie: Diese Anderungen treten in der Schrift überall ein, wo sie nötig sind. ¹) Lekt. 2 und 3 der Schulgrammatik sind gemeinschaftlich zu behandeln; dann müssen, wenn Verwirrung vermieden werden soll, alle Aus- nahmen aulser acheter gestrichen werden. Letzteres Wort ist nur in der Schrift eine Ausnahme, lautlich wird es wie appeler und mener behandelt. Mit Nutzen lälst sich hier analog der Bezeichnungweiblicher Reim der Begriffweibliche Endung einführen. Nach Feststellung desselben läſst man die Schüler recht viele Wörter mit e in der Tonsilbe und weiblicher Endung suchen und zwar solche mit und ohne Accent, damit sie sehen, daſs der Accent nicht immer nötig ist zur Bezeichnung des Lautes. Die Anwendung dieses Vorgangs auf das Verb ist dann leicht und einfach. In Lekt. 4 wird erzählt, was für ein Buchstabe in bestimmten Fällen eintritt, statt erst zu sagen, wie und warum sich in diesen Fällen der Laut ändert. In emploger wird doch offenbar ein ĩ, oder wenn man will J, eingeschoben, um den Hiatus zu vermeiden. Das vertritt also die Buchstaben 17 oder j. Natürlich gehören hierher die in der Schulgrammatik unregelmäſsigen Formen: fuyons, vo⁴ons, crowons etc.2) Bei pager ist zunächst zu sagen, dals das zweite auch eintreten kann, wo kein Hiatus zu vermeiden ist und daſs den doppelten Formen die doppelte Schreibung je paic und je page entspricht. Dabei ist auf die ähnlichen Fälle der Substantiva pays und abbawe hinzuweisen. Plötz hat hier wie in Lekt. 1, 2 und 3 die Sache auf den Kopf gestellt und sie dadurch nicht nur schwieriger gemacht, sondern auch verursacht, daſs der Grund dieser Anderungen in der Schrift gewöhnlich gar nicht oder doch nicht genug beachtet wird. Lekt. 5 kann ganz übergangen werden. In Lekt. 6 sind asservir und ressortir zu streichen. Besonders stark muls bei den unregelmäſsigen Verben aufgeräumt werden. Folgendes kann nach meiner Ansicht wegfallen: Lekt. 8: saillir assaillir, tressaillir; Lekt. 11: boꝛcillir, faillir(ãl a failli tomber wird als besonderer Ausdruck gelernt), gésir und ouir; Lekt. 14: seoir, surseoir, déchoir und échoir; Lekt. 15 ganz; Lekt. 18: renaitre, paitre und repaitre, Lekt. 19: maudire; Lekt. 21: traire(die Form distrait wird als Adj. besonders gelernt); Lekt. 22: clore, éclore und vielleicht auch croitre; Lekt. 23: frire und braiëre. Wo immer bei den unregelmäſsigen Verben ohne längere Auseinandersetzung auf die Ableitung aus dem Lateinischen hingewiesen werden kann, ist es anzuraten: Die Schüler behalten viel leichter die Formen, wenn sie ihre Entstehung kennen. Auſserdem ist es für den Wortvorrat von groſsem Vorteil, wenn die Substantiva desselben Stammes miterwähnt und gelernt werden. Dabei gewährt es jedenfalls eine auch Schülern interessante Einsicht in die Werkstätte der Sprache, wenn sie schon früh auf die vielen Partizipien der Vergangenheit hingewiesen werden, die in der Form des Femininums Substantiva geworden sind; zeigt man noch, dals vente und ähnliche eigentlich das Femininum der regelmäſsig aus

¹) Diese(oder eine ähnliche) Form der Regel ist noch in anderen Fällen am Platz: sie kann überall eintreten, wo irgend eine Erscheinung in der Sprache sich mit Notwendigkeit aus einer naturgemäſsen Erklärung ergiebt. Was speziell die Cédille angeht, so hat gewils schon jeder Lehrer die Erfahrung gemacht, dafs fehlerhaft ici geschrieben wurde. Sagt man aber, daſs sie nur da eintritt, wo sie nötig ist, so versteht sich die Schreibung ici von selbst.

²) Durch diese Erklärungsweise wird zugleich die Zahl der nach Plötz unregelmäſsigen Verbalformen um ein Erkleckliches vermindert.