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Den Schülern darf die fremde Sprache im Anfang nur in der leichtesten und gefälligsten Form geboten werden und das ist nun einmal die Fabel, die Sage und die gute Anekdote. An diese lälst sich auch leicht eine Sprechübung knüpfen, da der Faden der Erzählung leicht behalten wird. — Das zweite Buch ist das in sechs Stufen erschienene, oben schon erwähnte„Lehr- und Lesebuche von Dr. Lehmann(Mannheim, Bensheimer). Die zwei ersten Stufen ganz und die dritte zum Teil liegen mir vor. Den ersten Teil der ersten Stufe(„Die directe Anschauung“) halte ich für überflüssig: der Einzelsatz herrscht vor, aufserdem langweilige Aufzählungen von Gegenständen des täglichen Lebens und Sätze darüber, die oft ein wenig mit den Haaren herbeigezogen zu sein scheinen(z. B.„Wo ist Ihr linkes Auge?“ S. 33). Der zweite Teil dagegen(„Die Anschauung im Bilde“) scheint mir vorzüglich zu sein. Fabeln und Erzählungen, für die Schule ausgestattet, bilden den Inhalt. Jeder Pabel ist ein Holzschnitt beigegeben, der die Handlung darstellt. Der Fabel geht ein Abschnitt, Intuition genannt, voraus, der eine Beschreibung des Bildes enthält. Auf die Fabel folgt ein Questionnaire. Als vierter Abschnitt schliefst sich oft ein Stück Grammatik an. Dieser zweite Teil könnte mit grolsem Nutzen beim Elementarunterricht verwendet werden. Wie weit die folgenden Stufen brauchbar sind, darüber wage ich kein Urteil. da der Inhalt der zweiten Stufe mannigfaltig und nicht so schnell zu übersehen ist. Ich bemerke noch, dals in der zweiten Stufe nur neun Bilder sind, die aber den Ausgangspunkt für alle Stücke bilden. Vielleicht hat das praktische Leben darin eine zu eingehende Berücksichtigung gefunden.— Ein drittes Buch, das ursprünglich für die Schulen des Elsass bestimmt ist, verdient hier ebenfalls Erwähnung. Es ist Willm,„Premieères lectures françaises“(Stralsburg, Schultz& Cie., 45 édition). Es scheint schon vielfach in rein deutschen Schulen Eingang gefunden zu haben und mit Recht. Der Stoff entspricht inhaltlich vollständig den oben aufgestellten Anforderungen: er ist leicht und anziehend; das Buch eignet sich daher ebenfalls dazu, dem Elementarunterricht zu Grunde gelegt zu werden. Die Verteilung des grammatischen Pensums wäre da allerdings Sache des Lehrers oder würde die Beibehaltung eines Ubungsbuchs nötig machen. Auf eine ähnliche Behandlung beim Unterricht ist die kürzlich bei Schlöſsmann in Gotha erschienene„Franzdsische Chrestomathiew von Dr. Wiemann berechnet. Der Text, welcher meist der Sage und der Geschichte entlehnt ist, bietet, wie mir scheint, eine recht gute Grundlage für den Unterricht in Obertertia und Untersekunda. An Schulen, wo Lüdeckings französisches Lesebuch eingeführt ist, kann man auch dieses beim Elementar- unterricht benutzen.
Solange ein Lesebuch nicht existiert, das die wesentlichsten der oben aufgestellten Forderungen erfüllt, ist überhaupt ein gemischtes System zu empfehlen. Nach der Lautlehre kommen, teils zur Übung der Laute, teils zur Veranschaulichung der Grammatik, Lesestücke, neben welchen das eingeführte Ubungsbuch mehr in den Hintergrund treten kann oder höchstens als gleichberechtigt gelten darf. Daſs das in unseren Übungsbüchern verarbeitete grammatische Material dabei bedeutend eingeschränkt werden mufs, versteht sich von selbst. Wenn ich im Folgenden ausführe, wie einzelne Partien der Grammatik eingeschränkt werden können, so liegt es mir fern, dieses Mals der Einschränkung als unbedingt richtig hinzustellen. Uber das Mehr oder Weniger herrscht ja gewöhnlich Meinungsverschiedenheit; diese hat aber wenig zu bedeuten, sobald das Prinzip anerkannt ist, von dem ich ausgehe: möglichst wenig Grammatik, d. h. nur soviel, als die gewöhnliche Sprache der guten französischen Schriftsteller verlangt. Da mir nicht auf allen Stufen die praktische Erfahrung zur Seite steht, so werde ich nur einzelne Teile der Grammatik eingehender besprechen, bei anderen mich auf allgemeine Andeutungen beschränken


