Aufsatz 
Griechischer Unterricht auf homerischer Grundlage
Entstehung
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Chronik.

1. Veränderungen im Stande der Professoren. Kurz nach Schluss des vorigen Schul- jahres erlitt die Schule einen schweren Verlust, indem der Zeichenlehrer Arnold Siegmund nach langer Krankheit am 25. Juni in seiner Heimatstadt Kronstadt starb. Siegmund hat nur wenige Jahre, seit dem 1. September 1908, an unserer Anstalt gewirkt, aber lange genug, um uns die Lücke, die sein Tod riss, schmerzlich empfinden zu lassen. Er war ein strebsamer, gewissenhafter und erfolgreicher Lehrer, der in den Zeichenunterricht bei uns frisches Leben gebracht hat, und zugleich ein liebenswürdiger und bescheidener Mensch, den Schüler und Kollegen gerne hatten. Ehre seinem Andenken!

In Siegmunds Stelle berief das Presbyterium den Schässburger Zeichenlehrer Georg Donath, der jedoch Anfang September die Stelle, um die er sich beworben hatte, zurückwies. Da ein neu ausgeschriebener Konkurs ergebnislos blieb, übernahm zunächst wieder Herr Architekt Ernst Connert den ÜUnterricht, den er schon im Vorjahre suppletorisch versehen hatte. Als er aber im November als Kriegsfreiwilliger zum Heere einrückte, übernahm die Zeichenlehrerin an der hiesigen ev. Mädchenbürgerschule, Frl. Lotte Goldschmidt, und der Zeichenlehrer der staatlichen Knabenbürgerschule, Herr Josef Vàmszer die Stunden an der Realschule, wofür ihnen die Anstalt zu grossem Danke verpflichtet ist. Der Zeichenunterricht am Gymnasium musste ausfallen.

In die erledigte Turnlehrerstelle wurde ebenfalls in den Sommerferien der bisherige Supplent Wilhelm Binder gewählt. Da er aber als Reserveoffizier bei Ausbruch des Krieges seine Militärpflicht erfüllen musste und Ersatz nicht zu finden war, fiel der Turnunterricht in diesem Jahre aus. An seiner Stelle wurde das Jugendspiel eifriger gepflegt als in anderen Jahren, und besonders häufig Märsche und Übungen im Gelände vorgenommen, die am lebhaftesten in der von Prof. Borger geleiteten Pfadfindergruppe betrieben wurden. Die Oberklassen, zunächst die 6. bis 8. Klasse beider Lehranstalten, später auch die Quinta, wurden zur Jugend- wehr zusammengeschlossen.

An einen Ersatz für den zum Kriegsdienst einberufenen Schularzt Dr. Carl Albrich jun. war bei dem infolge des Krieges eingetretenen Arztemangel nicht zu denken.

Ebenfalls schon zu Beginn des Krieges war als Reserveoffizier Prof. Albert Machat einberufen worden. Hiedurch, sowie durch die Teilung der 2. Gymnasialklasse war die dauernde Beschäftigung der beiden schon im Vorjahr verwendeten Supplenten Dr. Arnold Henrich und Wilhelm Schunn, dieses an der Realschule, jenes am Gymnasium, notwendig geworden. Ausserdem hatten zeitweilig die diplomierten Lehramtskandidaten Richard Gleim und Michael Hannert suppletorisch Stunden übernommen. Im Laufe des Oktober und November traten die ordentlichen Professoren Dr. Bernhard Capesius und Dr. Richard Csaki,

sowie die Supplenten Gleim und Hannert als Kriegsfreiwillige ins Heer. In die dadurch entstandene Lücke stellte sich sofort bereitwillig Se. Hochwürden, Herr Stadtpfarrer D. Dr. Adolf Schullerus, der trotz seiner vielen Berufspflichten es sich nicht nehmen liess, auch bier helfend einzuspringen. Die Anstalt rechnet es sich zur Ehre an, dass er, dem sie viele Förderung durch seine Besuche als Schulinspektor verdankt, auch direkt an ihr wirkte. Die übrigen Stunden übernahmen zum Teil einzelne Professoren, zum Teil die Lehramtskandidaten Luitpold Michaelis, Hans Schuller und Dr. Alfred Roth.