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haec iſt durch das Adv. hier ſein Recht vollſtändig gewahrt.— Aen. VII, 152 ermahnt Aeneas feine Gefährten, nach verſchiedenen Richtungen auszuſpähen in den Worten: diversa petamus. Eine wörtliche Ueberſetzung:„Laßt uns Verſchiedenes aufſuchen“, wäre gerade lächerlich.— Animum per omnia versat(Verg. Aen. VIII, 21) läßt ebenfalls keine wortgetreue Verſion zu.„Er wendet den Geiſt durch Alles“ i*ſt unverſtändlich; nicht viel beſſer Voſſen's: Der Gedanke ſchweift nach verſchiedenen Seiten gerafft und wendet fich ringsum.“ Wir werden auch hier wieder ein Subſtan⸗ tivum ſubſtituiren und etwa ſagen müſſen:„Er läßt den ſorgenvollen Geiſt durch alle denkbaren Möglichkeiten hindurchgehen.“— Und welche Fülle verſchiedener, ja entgegengeſebler Begriffe verſchwimmt endlich in dem blaſſen, abſtrakten Worte Res.
Res ſteht für Gedanken und Thaten, Möglichkeit, Wirklichkeit und Nothwendig⸗ keit, Krieg und Frieden, Privatintereſſen und Gemeinwohl, Vermögen und Proceß und unzählige andere Dinge. Mit den Belegſtellen für die unendlichen Bedeutungen des Wortes könnte man Bände anfüllen.—
Hier muß ich für diesmal abbrechen. Gern hätte ich bei größerer Muße nament⸗ lich den zweiten Theil dieſer Abhandlung etwas ausführlicher und genauer traktirt; doch eine auch nur annähernde Vollſtändigkeit iſt ja durch die Natur des Thema's von vorn herein ausgeſchloſſen; ſo möge es denn genügen, auf dies und jenes auf⸗ merkſam gemacht und einige Geſichtspunkte aufgeſtellt zu haben, von denen aus be⸗ trachtet das Verhältniß des deutſchen zum lateiniſchen Idiom bezüglich der Lebendig⸗ keit, Kraft und Metaphernfülle in etwas anderem, für unſere Mutterſprache günſtige⸗ ren Lichte erſcheint, als es Nägelsbach darſtellt. Die beigebrachten Citate hätten ſich durch maſſenhaftere Benutzung eigenen und beſonders fremden Fleißes leicht auf das Zehnfache vermehren laſſen. Doch frägt es ſich, ob damit der Sache weſentlich genützt worden wäre; und für meine Perſon verzichte ich gern auf den Beifall derer, welche die Richtigkeit und Gründlichkeit einer Behauptung mehr nach der Quantität als der Qualität des Beweismaterials beurtheilen. Dagegen würde es mich freuen, wenn der oder jener Leſer in meiner Arbeit eine Spur jener Selbſtverleugnung fände, deren ſich Leſſing ſeinem Widerſacher Klotz gegenüber in den Worten rühmt:„Mein werther Herr, ich ſinde, daß Sie ein ſehr beleſener Mann find oder ſich wenigſtens trefflich darauf verſtehen, wie man es zu ſein ſcheinen kann. Sie mögen auch wohl hübſche Collektanea haben. Ich habe dergleichen nicht; ich mag auch nicht ein Blatt mehr geleſen zu haben ſcheinen als ich wirklich geleſen habe; ich finde manchmal ſogar, daß ich für meinen geſunden Verſtand ſchon viel zu viel geleſen habe. Mein halbes Leben iſt vergangen, um zu lernen, was Andere gedacht haben. Nun wäre es bald Zeit, ſelbſt zu denken; oder, wenn es damit zu ſpät ſein ſollte, wenigſtens das, wovon ich gelernt habe, daß es Andre gedacht, mir ſo zu ordnen, mir ſo zu berichtigen und aufzuhellen, daß es zur Noth für meine eigenen Gedanken gelten kann. Es ſcheint nicht, daß Sie ſchon da halten, wo ich halte; es ſcheint nicht, daß Sie das Bedürf⸗


