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Dem Gymnaſiallehramtsaſpiranten Fritz Noack aus Darmſtadt iſt durch Miniſt.⸗Verf. vom 25. Febr. 1889 geſtattet worden, mit dem Beginn des Sommerhalbjahres 1889 ſeinen Acceß bei unſerer Anſtalt anzutreten.
5. Im vergangenen Schuljahr entriß der Tod unſerer Anſtalt ſechs brave Schüler.
Der Herbſtquartaner Georg Göbel, ein guter und lieber Schüler von zarter Geſundheit, zog ſich im Frühjahr 1888 eine Rippenfellentzündung zu, womit ſich Herzbeutelwaſſerſucht verband. Trotz der treueſten Pflege erlag er dem ſchweren Leiden am 20. April 1888. Seine Mitſchüler und Lehrer geleiteten ihn zum frühen Grabe.
Am 7. Juli 1888 ſtarb der Herbſtſextaner Karl Andreas am Typhus; zwei Geſchwiſter des⸗ ſelben, die ebenfalls am Typhus ſchwer erkrankt waren, genaſen wieder.
Hermann Bergſträßer, ein ſehr begabter und liebenswürdiger Schüler der Herbſtunterprima, hatte vergeblich im Süden Geneſung von einem ſchweren Lungenleiden geſucht. Ins Vaterhaus zurück⸗ gekehrt, erlöſte ihn nach längerem Leiden am 12. Juli 1888 ein ſanfter Tod. Lehrer und Mitſchüler, die damals, in den Tagen der Juliferien, in Darmſtadt anweſend waren, geleiteten die ſterbliche Hülle des hoffnungsvollen Jünglings zur Ruheſtätte, und Kollege Friedrich ſprach am offenen Grabe Worte der Erinnerung und teilnehmenden Schmerzes.
Die Diphtheritis raffte in Eberſtadt am 2. Okt. 1888 den Herbſtuntertertianer Peter Platte hin. Er wurde in Eberſtadt, ſeinem Heimatsorte, beſtattet, ohne daß die Anſtalt an der Beſtattungteilnehmen konnte.
Karl Schüßler aus Darmſtadt, Schüler der Herbſtquarta, erlag nach kurzem, ſchwerem Leiden am 9. Nov. 1888 der Lungenentzündung. Am 12. November fand ſeine Beſtattung unter Beteiligung ſeiner Mitſchüler und einiger Lehrer ſtatt.
Der Oſteroberprimaner Karl Reitz erkrankte im Frühjahr 1888, nachdem er ganz kurze Zeit der Oberprima angehört, an einer Lungenkrankheit. Zunächſt ſuchte er Heilung in Tübingen, aber hier trat ſtärkeres Huſten mit Blutabgang ein; er begab ſich dann zur Kur in die Schweiz und nach Oberitalien. Aber am 28. November 1888 endete der Tod das Leben des gut beanlagten und von allen Lehrern und Freunden tief betrauerten Jünglings. In Mailand fand er die Feuerbeſtattung.
6. Unſere Anſtalt beging mit ernſter Feier die bedeutſamen Tage des letzten Jahres, die in der Geſchichte des deutſchen Kaiſerhauſes und des deutſchen Volkes unvergeßlich ſind. Am Freitag den 16. März 1888, dem Tage der Beiſetzung Kaiſer Wilhelms I., fand in unſerer Aula eine Gedächtnisfeier für den großen Kaiſer ſtatt. Herr Prof. Dr. Schädel hielt dabei eine ergreifende Rede. — Bei der Gedächtnisfeier unſerer Anſtalt für den Kaiſer Friedrich III. am 18. Juni 1888 ſprach Kollege Trümpert in tiefbewegender Anſprache über das Leid und die Größe des kaiſerlichen Dulders. — Am 27. Januar 1889 feierten wir in unſerer Aula den Geburtstag Kaiſer Wilhelms II. mit einem Feſtakt, bei dem Kollege Dr. Goldmann die Feſtrede hielt.— Bei der Gedächtnisfeier für Kaiſer Wilhelm IJ., die ein Jahr nach ſeinem Heimgang, am 9. März 188y9, in unſerer Aula veranſtaltet wurde, gedachte Kollege Trümpert der vorbildlichen Bedeutung des großen Kaiſers für unſere Nation und das heranwachſende Geſchlecht; Choralgeſang eröffnete und ſchloß die Feier.
7. Am 2. September 1888 wurde von uns„das deutſche Feſt“ in herkömmlicher Weiſe durch einen Feſtakt in unſerer Aula gefeiert. Kollege Friedrich hielt die Feſtrede.— Der Geburtstag Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs Ludwig IV. wurde am 12. September 1888 in der Aula feſtlich begangen; und Kollege Dr. Klingelhöffer ſprach dabei in ſeiner Feſtrede über den Ahn⸗ herrn des heſſiſchen Fürſtenhauſes„Heinrich das Kind“.


