Aufsatz 
Abrégé de la littérature francaise, composé à l'usage des classes supérieures des lycées
Entstehung
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Nachschrift.

Der Grossherzogliche Gymnasialdirector Herr Dr. Geyer hatte in seiner unermüdlichen Sorgfalt das Programm für das gegenwärtige Schuljahr bereits vollendet; da ward er von einer Krankheit ergriffen, die ihn nöthigte, von dem 14. Juli an seinen Unterricht auszusetzen. Dieselbe nahm mit jedem Tage einen gefährlicheren Charakter an und führte zuletzt am 8. August seinen Tod herbei. Herr Director Geyer war, wie Alle, die ihm näher standen, eingestehen werden, ein überaus liebens- würdiger Charakter, der beste Freund und Berather seiner Collegen, der unermüdlichste Lehrer und Erzieher seiner Schüler, ein Mann, der sich keine Ruhe weder bei Tag noch bei Nacht gönnte, wo es sich um das Wohl der ihm anvertrauten Jugend handelte. Noch in den letzten Tagen, ja Stunden seiner überaus schmerzhaften Krankheit war es das Gymnasium und dessen Angelegenheiten, die ihn einzig und allein beschäftigten. Unter seiner Leitung vorzugsweise hat sich die hiesige Anstalt ganz vorzüglich gehoben, so dass sie jetzt in jeder Hinsicht den Vergleich mit den besten des In- und Aus- landes bestehen kann. Zum Beweise dessen mögen an dieser Stelle einige wenige Hinweisungen genügen. Als Herr Director Geyer vor etwa 24 Jahren an dem hiesigen Gymnasium als provisorischer Lehrer angestellt wurde, betrug die Schülerzahl zwischen 70 und 80; jetzt aber zählt unsere Anstalt über 270 Schüler. Damals war der Unterricht überaus leicht, denn die oberen Klassen zählten nur ganz wenige Schüler. Es kam vor, dass die ganze Ober- und Unter-Prima aus drei oder vier Schülern bestand; ja einmal waren in Ober-Prima gar keine Schüler, so dass der Unterricht ein ganzes Jahr in dieser Abtheilung wegfiel. Jetzt aber sind alle Klassen sehr zahlreich besucht, die Secunda zählt gegenwärtig 49, die Prima 52 Schüler. Auch das Lehrerpersonal wurde unter seiner Direction be- deutend vermehrt; denn bei seiner ersten provisorischen Verwendung wirkten am hiesigen Gymnasium nur 8 Lehrer, jetzt sind dagegen 12 verwendet. Den Fortschritt in allen Unterrichtsgegenständen beweisen die schriftlichen wie mündlichen Leistungen unserer Schüler, wie Solches auch allerseits und zwar von competenter Stelle anerkannt worden ist und anerkannt wird. Darum wird das Andenken des Herrn Director Dr. Geyer bei Lehrern wie Schülern, bei allen Freunden der Anstalt wie bei seinen Vorgesetzten stets ein gesegnetes sein. Möge darum die Erde ihm leicht sein, möge sein Geist ausruhen von den Mühen und Anstrengungen seines Lehrerberufes, möge er als guter Lehrer, als Vater der Jugend, als Freund seiner Mitlehrer den Lohn empfangen, der allen Guten zu Theil wird, den Lohn treuer Pflichterfüllung und der Anerkennung von Seiten der Mit- und Nachwelt! So rufe ich Dir denn nach, Du lieber, guter, Du edler Freund, in meinem und in meiner Collegen wie aller Deiner Freunde Namen ein dreimaliges Ave, Ave, Ave, pia anima!

Als Ergänzung zu den diesjährigen Schulnachrichten muss der unterzeichnete Grossherzogliche Gymnasiallehrer noch hinzufügen, dass unter dem 28. Juli von dem Ministerium des Innern, Abtheilung für Schulangelegenheiten, angeordnet worden ist, dass derselbe während der Verhinderung des Directors- Dr. Geyer die Geschäfte der Direction des Gymnasiums zu Bensheim zu führen habe, von welcher Anordnung gemäss Höchster Weisung dem Lehrerpersonal wie den Schülern unserer Anstalt unter dem 31. Juli Kenntniss gegeben worden ist.

Durch Verfügung derselben Behörde vom 7. August 1877 ist der Gymnasial- und Realschul- Lehramts-Accessist Herr Wilhelm Landmesser zum Access an dem hiesigen Gymnasium zugelassen worden.

Weil der Erinnerungstag der Schlacht bei Sedan dieses Jahr auf einen Sonntag fällt, so hat die Direction im Einvernehmen mit dem Lehrercollegium die Anordnung getroffen, dass die Sedanfeier in feierlichster Weise Samstag den 1. September in dem hiesigen Rathhause abgehalten werde, womit dann die am Ende des Schuljahrs übliche Preisvertheilung verbunden wird.

Wir beehren uns, alle Freunde unserer Anstalt ganz ergebenst einzuladen, durch ihre Gegenwart zur Verherrlichung dieses Festes das Ihrige beitragen zu wollen.

Die Anmeldungen neu eintretender Schüler wolle man gefälligst an den angegebenen Tagen bei dem Unterzeichneten machen.

Schliesslich fügen wir die Bitte bei, folgende Druckfehler, die sich durch die Entfernung des Druckortes eingeschlichen haben, gütigst entschuldigen zu wollen.

Grossherzogliche Direction des Gymnasiums. T. A. Dommerque,

Grossherzoglicher Gymnasiallehrer.