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D. Sur Geſchichte der Anſtalt.
Mehrfach wurde der Unterricht durch Erkrankungen und Beurlaubungen geſtört. Herr Dieckmann erhielt weiteren Urlaub bis zum 1. Oktober und wurde durch den Lehramts⸗ acceſſiſten Herrn Friedrich, bis dahin am pädagogiſchen Seminar des Realgymnaſiums in Darm⸗ ſtadt, vertreten. Dieſem ſelbſt wurde vom 25. Juni ab über die Juliferien hinaus ein ſechs⸗ wöchentlicher Urlaub nach Paris erteilt. Vom 1. Oktober ab wurde er zur Vertretung nach Offenbach verſetzt.— Herr Profeſſor Nies erkrankte Ende Mai und wurde vom 6. Juni ab bis zum Ende des Sommerſemeſters durch den Lehramtsacceſſiſten Herrn Flechſenhaar vertreten, der bis dahin am pädagogiſchen Seminar des Realgymnaſiums in Darmſtadt war und im Herbſt nach Michelſtadt zu weiterer Vertretung ging. Als im März Herr Nies von neuem erkrankte, übernahm Herr Flechſenhaar wieder die Vertretung.— Herr Pohl erhielt zur Wiederherſtellung ſeiner Geſundheit ebenfalls auf ein halbes Jahr Urlaub; zu ſeiner Ver⸗ tretung wurde Herr Schulamtsaſpirant Heupt beſtellt, der nachher eine Stelle an der Gemeinde⸗ ſchule in Bürgel übernahm.— Für den zu einer militäriſchen Uebung auf 8 Wochen einbe⸗ rufenen Herrn Dr. Kei! trat Herr Lehramtsacceſſiſt Fuhry ein, der bis dahin in Mainz beſchäftigt war und vom 1. Oktober an ſeiner Militärpflicht genügt. 11
Durch Verfügung vom 25. März 1899 wurde Herr Lehramtsaſſeſſor Krämer in die Realſchule mit Progymnaſialabteiluugen in Bingen verſetzt. An ſeine Stelle wurde Herr Lehr⸗ amtsacceſſiſt Hertſch, welcher ſchon im Winter 1898/99 Vertreter von Herrn Dieckmann geweſen war, durch Verfügung vom ſelben Tage mit der Verwaltung einer proviſoriſchen Lehr⸗ ſtelle betraut. Durch Verfügung vom 30. Auguſt wurde Herr Profeſſor Staudinger, nach⸗ dem er 25 Jahre lang eine vielſeitige und erfolgreiche Thätigkeit an unſerer Anſtalt entwickelt hatte, an das Ludwigs⸗Georgsgymnaſium in Darmſtadt verſetzt. Am 21. Sept. veranſtalteten die Kollegen der Anſtalt und der höheren Mädchenſchule zu ſeinen Ehren im Feſthausſälchen eine Abſchiedsfeier. Am 27. Sept. wurde Herr Profeſſor Nover nach mehrjährigem Wirken an unſerer Anſtalt an die Stätte ſeiner früheren Thätigkeit, das Gymnaſium in Mainz, verſetzt. Leider erlaubte ihm die Notwendigkeit der ſofortigen Uebernahme ſeines Unterrichts nicht, der Einladung des Kollegiums zu einer Abſchiedsfeier zu folgen. So ſeien ihm denn von dieſer Stelle aus die beſten Wünſche für ſeine Zukunft dargebracht. 1
An die Stelle der ausſcheidenden Kollegen traten Herr Gymnaſiallehrer Berger,)
und Herr Lehramtsaſſeſſor Reuter, welchem die proviſoriſche Verwaltung einer Lehrerſtelle über⸗ tragen wurde.—
Durch allerhöchſte Entſchließung erhielt am 24. November Herr Göckel den Charakter als Profeſſor.
Auch in dieſem Jahre hat die Schule den Verluſt eines liebenswürdigen, fleißigen und ſtrebſamen Schülers zu beklagen. Am 21. Juni, mittags gegen 2 Uhr fand der Quintaner Eugen Schlebach den Tod durch Ertrinken im Rhein. Die Beerdigung der erſt am 27. Juni gefundenen Leiche fand Mittwoch 28. Juni unter Beteiligung der Klaſſe, der Klaſſenlehrer und des Direktors ſtatt. Herr Pfarrer Benemann gab den Gefühlen der Trauer um den ſo plötzlich dem Leben Entriſſenen ergreifenden und erhebenden Ausdruck.
¹) Karl Berger, geboren 1861 in Oſthofen, ſtudierte von Herbſt 1886 bis Oſtern 1890 in Berlin und Gießen klaſſiſche Philologie, Geſchichte und Germaniſtik, trat dann in das pädagogiſche Seminar zu Worms bezw. Darmſtadt ein, war von Oſtern 1891 bis 1897 am Gymnaſium zu Mainz, von Oſtern 1897 bis Herbſt 1898 ean der Realſchule zu Wimpfen und von da bis zu ſeiner Verſetzung nach Worms(1. Oktober 1899) am Gymnaſium zu Bensheim thätig.


