Vorbemerkungen.
Verwehte Stellen giebt es in allen Wiſſenſchaften und Unter⸗ richtsfächern; auch in der Litteraturgeſchichte und im deutſchen Unterrichte der höheren Schulen fehlt es nicht daran.
Das Leben und Wirken Eduard Mörikes hat in der Litteratur⸗ geſchichte lange, in den deutſchen Leſebüchern und ſonſtigen ent⸗ ſprechenden Sammlungen bis heute nicht die gebührende Achtung und Anerkennung gefunden.
In dieſer Abhandlung ſoll verſucht werden, eine Beſſerung dieſer Sachlage anzubahnen.
Im 1. Abſchnitt iſt dem knappen Raum entſprechend nur ein ganz kurzer Lebensabriß gegeben worden, indem der Verfaſſer auf ſeine ausführliche Biographie Mörikes hinweiſt, die demnächſt erſcheinen wird..
Im 2. Abſchnitt wird die Frage zu beantworten geſucht, welche Stellung dem Dichter ſeither in der Litteraturgeſchichte, im 3. Abſchnitt, welche Stellung ihm in den Leſebüchern ꝛc. bis⸗ her eingeräumt worden iſt.
Im 4. Abſchnitt werden Vorſchläge gemacht, wie Mörike in Zukunft unſerer Jugend auf den höheren Schulen näher gebracht werden kann, damit ſie daraus den Gewinn ziehe, der im Intereſſe der heutigen nationalen Erziehung gefordert werden muß.
Wiesbaden, den 6. Dezember 1900.
Der Verfaſſer.


