Aufsatz 
Staats-, Wirtschafts- und Sozialpolitik auf höheren Lehranstalten : ein Entwurf / von Karl Fischer
Entstehung
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Gymnasiums zu Breslau verlangte, weil diese sich öffentlich gegen die Unfehlbarkeit ausgesprochen hatten; dies lehnte der Minister am 19./1. 1871 ab. Als dann aber der Bischof von Ermeland den altkatholischen Religionslehrer Wollmann in Braunsberg nicht blols mit der grofsen Exkommunikation belegte, sondern auch seiner staatlich garantierten Stelle enthob(5./7. 1876), wurde die katho- lische Abteilung im Kultusministerium aufgehoben(S./7) und die Altkatholiken in ihren Stellungen geschützt. Als in dem nun folgenden Kampf der Streit auch auf die Kanzeln gebracht wurde, kam es zum sog. Kanzelparagraphen(28./11.). Da der Kampfstrom immer stärker anschwoll, und namentlich die polnische Propaganda ein gefährliches Aussehen bekam, wurde Anfang 1872 ein Schul- aufsichtsgesetz vorgelegt, welches die Geistlichen in der Schulauf- sicht erheblich einschränkte. Der preuſsische Landtag war in sehr grolser Mehrheit für dasselbe, meinte aber zur Durchführung der- selben sei ein anderer Minister erforderlich, so wurde Falk im Januar 1872 berufen.

Verschärft wurde nun der Kampf durch das Eingreifen des Papstes: Der Kardinal Hohenlohe als deutscher Botschafter beim Vatikan, wo er eine Vermittlung herbeiführen sollte, wurde abge- lehnt(2./5. 1872), von anderem zu schweigen.

Im Juli 1873 wurden die Jesuiten ausgewiesen und das folgende Jahr brachte die eigentlichen Kampfgesetze, die sog. Maigesetze, welche zum Teil Unkenntnis katholischen Volks und Wesens ver- raten, zum Teil in die kirchliche Praxis eingreifen, zum Teil den ausführenden, meist unteren Organen der Anlals wurde zu Mals- nahmen, die der Gesetzgeber wohl niemals peabsichtigt hatte. Der Brief des Papstes an den König vom 7./8. 1873 verschärfte den Konflikt noch weiter. Das Jahr 1874 brachte die Absetzung der Erzbischöfe von Posen und Köln, Einführung der obligatorischen Civilehe, neues Kampfgesetz gegen unbefugte Amtsausübung, das Attentat auf Bismarck in Kissingen(13./7.). Immer höher gingen die Wogen. Als der Papst die Mai- etc. Gesetze für ungiltig erklärte (5./2. 1875), folgten Sperr- und Klostergesetze, sowie die Aufhebung der Paragraphen 15, 16, 17 der preulsischen Verfassung. Bis auf drei wurden allmählich alle Bischöfe abgesetzt und sehr viele Geist- liche gesperrt. Da starb Anfang 1878 Papst Pius, und sein Nach- folger wurde der friedliche Leo XIII.(2./2.); es folgten die Atten- tate auf den König(11./5., 2./6.) und der versöhnliche Brief des