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Die brandenburg-preuſsische Kirchenpolitik war allezeit tole- rierend, wenn auch durchweg mit evangelischem Gepräge(Friedrich der Groſse). Nach den Befreiungskriegen war es besonders Preulsen, welches die Retablierung der katholischen Kirche auch in seinem Bereich durchsetzte; dann wird der Streit wegen der Mischehen am Ende der 30 er Jahre kurz berührt. Friedrich Wilhelm IV. hat diesen in seiner groſsmütigen Weise nicht ploſs beigelegt, sondern auch eine katholische Abteilung im Kultusministerium eingerichtet (1841), nur wurde keine Vorsorge getroffen, dals die Bischofsstühle und die Ratsstellen bei der letzteren nicht mit Vertretern der extrem- kirchlichen Richtung besetzt wurden.(Verschiedene Richtungen und Strömungen sind geschichtlich nachzuweisen.) Diese extreme Partei, öfter als ultramontane, jesuitische Partei bezeichnet, zu welcher Papst Pius immer mehr neigte, setzte dann die Unfehlbar- keitserklärung am 18./7. 1870 unter sehr bemerkenswerten Um- ständen durch. Preufsen hatte sich auch hierbei streng zuwartend verhalten(dagegen Hohenlohe und Arnim). Wie die Nieder- lage Osterreichs, so brachte in erhöhtem Mafse die Frankreichs in strengkatholischen Kreisen wie im Vatikan starke Erregung hervor, und diese wuchs mit dem Anschwellen der nationalen Bewegung in Italien.
Unmittelbar nach Sedan wandte sich diesbezüglich der Papst an König Wilhelm um Hilfe. Am 20./9. rückten die italienischen Truppen in Rom ein, im November erschien Ledochowski im deutschen Hauptquartier, um das eben durch die Verträge mit den süddeutschen Staaten gegründete Reich gegen Italien zum Bundes- genossen zu gewinnen. Indess erforderte schon die Kriegslage eine Ablehnung jener Anträge. Um diese Preuſsen bezw. dem Reiche aufzunõtigen, bildete sich allem Anschein nach die Partei des Zen- trums, Januar 1871, welche alsbald den König um Wiederherstellung des Kirchenstaats bat(18./2. 1871). Bei der Eröffnung des ersten deutschen Reichstags(21./3. 1871) wurde jede Einmischung in die italienischen Angelegenheiten deutlich genug abgelehnt.
Mittlerweile hatte die sog. altkatholische Bewegung begonnen; auch zu dieser verhielt sich Preufsen— es war noch während des Kriegs— völlig zuwartend, auch als die Bischöfe auf diesem Ge- biete eingriffen. Dieses geschah zunächst dadurch, dals der Fürst- bischof von Breslau vom Kultusminister von Mühler amtliches Einschreiten gegen Direktor und Lehrerkollegium des katholischen
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