Aufsatz 
Staats-, Wirtschafts- und Sozialpolitik auf höheren Lehranstalten : ein Entwurf / von Karl Fischer
Entstehung
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dings um so weniger nôtig erscheipen, als schon die Nennung jener Namen für einen preulsischen Geschichtslehrer impulsiv ist. Die geradezu unerschöpfliche Fundgrube aber für die sozialpolitische Propädeutik ist die französische Revolution sowohl für die rein politische, wie für die soziale und wirtschaftliche Seite derselben. Dieses Kapitel ist nach Taine in den Lehrbüchern ganz umzu- arbeiten und die Geschichte der Koalitionskriege entsprechend zu kürzen. Der Einwand, daſs jenes für Schüler zu schwer werde, ist hinfällig, wie ich aus jahrelanger Praxis erfahren habe. Vergessen darf aber auch in jener Zeit der Ausgang Polens nicht werden, denn er ist ganz besonders lehrreich. Für Napoleon J. ist ganz pesonders Lanfrey und der neueste Band von Taine zu benutzen, damit der noch immer weit verbreiteten legendaren Darstellung Thiers' die dringend nötige Einschränkung gegeben werden kann.

Wenn der Unterricht sich dann dem Sturz und der Wieder- geburt Preuſsens zuwendet, dann betritt er den Boden, auf dem wir heute stehen, und da ist es nicht allein gethan mit dem Pathos der Darstellung; zumal die der Wiedergeburt— in dem Hilfsbuch von Herbst wieder ganz unzureichend— bedarf besonders der Schlicht- heit und klaren Ruhe, sonst wird Verwirrung angerichtet. Sehr praktische Hilfsmittel sind Götte,„Das Zeitalter der deutschen Erhebung“(1891), sowie die bekannten Werke von Treitschke und Seeley. Insbesondere muls der Geschichtslehrer sich von dem hergebrachten Mischmasch der sogenannten Stein-Hardenberg- schen Reformen hüten, die man in dieser Weise nie so hätte zu- sammenkoppeln sollen, da sie ganz disparate Dinge enthalten.¹) Die von Stein bekämpfte Gleichstellung des Grundkapitals mit dem Geldkapital kann in wenigen Sätzen dem Schüler als verderblich für die Landwirtschaft, die ebenfalls von ihm bekämpfte uneinge- schränkte Gewerbefreiheit— die nur tabula rasa machte und nichts an die Stelle setzte— als verderblich für das Kleingewerbe verständ- lich gemacht werden.(Reiches Material bietet hierfür Schmoller, „zur Gesch. der Kleingewerbe im 19. Jahrh.,“ 1870.)

Die Geschichte Deutschlands in der Zeit des Bundes bietet die reichste Gelegenheit, auf alle Gebiete des deutschen Staatslebens einzuführen, wie ich in meiner aktemmälsigen Darstellung der Bundes-

¹) Auch hierfür thut auſser Götte sehr gute Dienste das viel zu wenig bekannte, knapp und klar geschriebene Buch von Eisenhart,„Geschichte der Nationalökonomik“(1881).