Norwort.
In der Ode„die Ankläger“ ſpricht Klopſtock die Meinung aus, daß ihm die Ankläger Gottes beinahe noch weniger ver⸗ ächtlich erſchienen als die matten und kriechenden Verteidiger des Schöpfers, die Ihn vor jenen ſogar zu entſchuldigen wagten. Der Dichter ſcheut ſich vor ſolchen Menſchen ſogar den Namen des Herrn auszuſprechen und begründet dies damit:
Des tiefen Unterſuchers Geiſt, der ihn Niemals anders, als mit feierlichem Ernſt, In ſich verſenkt,
Als nach frommem Schweigen,
Als mit entblößtem Haupt ausſprach,
Der große Todte möchte mir erſcheinen
Und der Nennung mich zeih'n.“
Klopſtock läßt uns in der Anmerkung damit bekannt machen, daß dieſer große Tote Robert Boyle iſt.
Mein Wunſch hierüber näheres zu erfahren, wurde auch durch den neueſten Biographen Klopſtocks Franz Muncker nicht erfüllt, dieſer begnügt ſich vielmehr bezüglich der Ode mit dem Citate, welches das Nichtverſtehen derſelben konſtatieren ſoll. Meinem weiteren Wunſch, dem Leben und Wirken dieſes„großen Toten“ näher zu treten, ſtellten ſich beſondere Schwierigkeiten entgegen, zuletzt die Bücherarmut dieſes Orts.
Als es mir aber im Laufe dieſes Jahres gelungen war, dieſe einigermaßen durch die Freundlichkeit verſchiedener Biblio⸗ theksverwaltungen, insbeſondere der Univerſitätsbibliotheken zu Gießen, Marburg und Göttingen zu überwinden, ſah ich, daß die Ergebniſſe dieſer Arbeit der Veröffentlichung wohl wert ſeien. So habe ich dieſe Gelegenheit gewählt, obwohl ich wegen der Knappheit des Raums nur einen Teil meiner Vor⸗
arbeiten habe verwerten und in die Darſtellung verweben können. 1*


